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  • FC Anker Wismar, 29. Juli 2008

     

    „Ab diesem Moment schlug mein Herz für den Fußball“


    Von:  Stephan R.T.

    ‚Quickborner’ entschied sich vor fast genau fünf Jahren für unsere Seite und verfasste seither knapp 500 Beiträge. Der 23-Jährige hält zu seinem Heimatverein, dem FC Anker Wismar, und zum FC Hansa Rostock. Und auch wenn es ihn mittlerweile aufgrund der Arbeit nach Hamburg verschlagen hat, so versucht er doch möglichst viele Spiele der beiden Vereine sehen zu können. Wer ihn überhaupt zum Fußball gebracht hat und was er sich in der kommenden Spielzeit 2008/09 von den beiden Clubs erhofft, dazu stand uns ‚Quickborner’ nun Rede und Antwort.

    Patrick, wie ist Deine Leidenschaft für den Fußball entstanden und wer hat Dich eigentlich zum Fußball gebracht?

    Die Leidenschaft zum Fußball kam, als ich zehn Jahre alt war. Mein Cousin ist Busfahrer in Rostock und als er mal bei mir zu Besuch war, lagen doch glatt zwei Karten für das Bundesligaspiel Hansa Rostock gegen Bayern München auf dem Tisch. Als der Tag dann endlich kam, war es um mich geschehen, als im alten Ostseestadion vor 30.000 Zuschauern der Ball rollte. Das Spiel ging zwar nur 0:0 aus, aber das war egal, ab diesem Moment schlug mein Herz für den Fußball.

    Für welchen Verein schlägt Dein Herz und warum - was verbindet Dich mit Deinem Verein, wie und wann wurdest Du Fan?

    Also es gibt zwei Vereine in meinem Leben, einmal den FC Hansa Rostock und dann noch den FC Anker Wismar Für beide Vereine schlägt mein Herz. Anker ist mein Heimatverein, zu dem ich seit der Gründung 1997 regelmäßig gehe. Und für den FCH schlägt es, weil es ein Verein ist, der sich zehn Jahre lang in der ersten Liga gehalten hat, ohne irgendwelche Topstars, mal ausgenommen Littmanen, gekauft zu haben. Sie haben mit wenig Geld viel erreicht, das hat mir imponiert und so schloss ich mich diesem Verein an.

    Welche Erinnerung hast Du noch von den ersten Spielen, was war das für Dich damals für ein Erlebnis?

    Bei Anker ganz klar das erste Punktheimspiel im August 1997 gegen den FC Eintracht Schwerin II. Anker gewann mit 5:1 und es war wirklich ein tolles Gefühl, zu den 1.100 Zuschauern gehört zu haben, die das erste Spiel in der Vereinsgeschichte miterlebt durften.

    Wie zufrieden bist Du mit der aktuellen Leistung Deines Vereins, was lief in dieser Saison gut, was hätte besser klappen können?

    Über den FCH sage ich mal jetzt nichts, denn wenn man absteigt, kann man nicht zufrieden sein. Der FCA hat eine solide Saison gespielt, wo natürlich das Pokalfinale im Vordergrund stand. Ein Erlebnis was jeder Mal mitmachen muss.

    Wie soll es in der nächsten Saison weitergehen, was erwartest Du von Deinem Verein und in welchen Bereichen sollte es besser laufen?

    Also beim FCH erwarte ich, dass sie oben mitspielen und vielleicht den Wiederaufstieg schaffen. Es ist wichtig für die Region, dass der FCH erstklassig ist, denn dadurch werden mehr Arbeitsplätze geschaffen und MeckPomm wird interessanter für den Tourismus.

    Was waren die schönsten und welches die erschütterndsten Erlebnisse mit Deinem Verein und anderen Fans?

    Mein schönstes Erlebnis war ganz klar Bochum 1999, denn noch spannender kann man eine Saison nicht beenden! In 90 Minuten Absteigen - Drinbleiben - Absteigen - Drinbleiben ist wirklich nervenaufreibend!

    Mein schlimmstes Erlebnis das war die Saison 2005/06, als bei Anker die Sicherung durchgebrannt ist und man von heute auf morgen die Jugendarbeit liegen gelassen hat und sich mit ausländischen Dorfspielern verstärkt hat. Was daraus geworden ist, wissen wir glaube ich alle. Mit 43 Spielern in einer Saison kann man den Klassenerhalt nun mal nicht schaffen!

    Was macht Dich zu einem echten Fußball-Fan, wie siehst Du andere Fans?

    Zu einem echten Fußballfan macht mich, dass ich mit meinen Vereinen durch dick und dünn gehe. Man erlebt Höhen und Tiefen, fährt tausende Kilometer durchs Land, nur um seine Mannschaft zu sehen. Man leidet mit bei Niederlagen, man freut sich bei Siegen und man trifft Gleichgesinnte, mit denen man über sein Lieblings-Hobby bei Bierchen und Wurst fachsimpeln kann.

    In den letzten Jahren kam im Fußball immer wieder das Thema ‚Gewalt und Rassismus’ auf. Wie sind Deine Erfahrungen zum Thema und wie siehst Du die Probleme zwischen Fans und Ordnungskräften?

    Gewalt und Rassismus gehören einfach nicht ins Stadion, dafür sind wir ein viel zu multikulturelles Land!

    Ein weiteres aktuelles Thema ist kommerzielle Entwicklung des Sports, wie stehst Du dazu?

    Der Kommerz bestimmt leider heute den Alltag und immer wieder wird der Osten erwähnt.
    Manchmal kommt es mir so vor, als wenn die Medienvertreter den Mauerfall noch nicht so ganz verkraftet haben und einen Schuldigen für das damalige Geschehen suchen.

    Bist Du von anderen Fangruppen beeindruckt – wenn ja, von welchen und warum?

    Für mich ist es immer wieder erstaunlich, wie viele Anhänger von Ostmannschaften, z.B. vom FC Hansa Rostock, der SG Dynamo Dresden oder dem 1. FC Union Berlin, zu Auswärtsspielen fahren. In einer strukturschwachen Region, wo Geld Mangelware ist, ist es doch erstaunlich, dass einige Fans ihren buchstäblich letzten Groschen für den Verein ausgeben!

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    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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