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  • Aachener TSV Alemannia 1900, 08. Februar 2008

     

    „Diese heftige Reaktion der Fans tut jedem Fußballer weh“


    Von:  Eodin

    Pekka Lagerblom liegt mit Alemannia Aachen derzeit nach einer enttäuschenden Hinrunde auf dem achten Tabellenplatz der zweiten Bundesliga und konnte mit der Mannschaft am 18. Spieltag einen 3:2-Auswärtssieg gegen den FC Carl Zeiss Jena einfahren. Der Finne, dem Ende November 2007 der Blinddarm entfernt wurde, gewann mit dem SV Werder Bremen schon die Meisterschale und den Pokal und spielte schon elfmal für die finnische Nationalmannschaft. die-fans.de sprach mit dem Mittelfeldspieler über den neuen Trainer Jürgen Seeberger, das Spiel gegen Kaiserslautern, als er von den eigenen Fans ausgepfiffen wurde und seine Ziele für die Zukunft.

    Herr Lagerblom, auf welchem Platz liegt Aachen am Ende der Saison 2007/08?

    Wichtig ist zunächst einmal, dass sich die Mannschaft weiter stabilisiert. Ich sehe uns da auf einem guten Weg. Setzen wir diesen fort, denke ich, dass am Ende ein Platz im oberen Drittel möglich sein sollte, mindestens jedoch Platz sechs bis acht.

    Woran liegt es, dass die Alemannia derzeit nur im Mittelfeld der zweiten Bundesliga steht?

    Wir haben in der Hinrunde unser wahres Leistungsvermögen einfach zu selten abgerufen, aus welchen Gründen auch immer.

    Hat die Entlassung von Guido Buchwald etwas gebracht und wie kommen Sie mit dem neuen Trainer Jürgen Seeberger zurecht?

    Ein Trainerwechsel steht in der Regel nicht gerade dafür, dass die Erwartungen erfüllt wurden, auch wir als Mannschaft stehen da in der Verantwortung.

    Jürgen Seeberger macht einen sehr positiven Eindruck, er arbeitet viel im taktischen Bereich. Wir haben eine gute Vorbereitung absolviert, jetzt gilt es, dies in der Liga umzusetzen.

    Sind Sie nach Ihrer Blinddarmoperation wieder 100 Prozent fit und wie schätzen Sie Ihre Chancen auf einen Stammplatz in der Rückrunde ein?

    Die Operation bereitet mir keine Probleme mehr, ich konnte im Trainingslager das komplette Programm absolvieren und fühle mich gut. Ich habe schon den Anspruch, mich in unserer Startelf zu etablieren. 100-prozentige Fitness ist da ohnehin Voraussetzung.

    Wie sehr hat Sie es mitgenommen, als Sie beim Heimspiel gegen Kaiserslautern von den eigenen Fans ausgepfiffen wurden?

    Dass ich in besagtem Spiel einem schwarzen Tag erwischt habe, brauchen wir nicht zu diskutieren. Dennoch hat mich diese heftige Reaktion überrascht und dass es jedem Fußballer weh tut, ist wohl klar. Zumal ich, mal abgesehen von den beiden Fehlern, in jedem Spiel alles für den Verein gebe.

    Glauben Sie, dass der offene Brief der Mannschaft die Fans zum Nachdenken gebracht hat?

    Es war eine tolle Geste der Mannschaft! Es zeigt, welchen Zusammenhalt wir in der Truppe haben. Ob es die Fans zum Nachdenken veranlasst, kann ich nicht sagen.

    Haben oder hatten Sie eigentlich immer Kontakt zu Fans des jeweiligen Vereins oder gehen Sie eher auf Distanz?

    Für mich hatte die Nähe zu Fans noch nie etwas Unangenehmes. Man weiß, wie viel manche Fans für ihren Verein investieren und was er ihnen bedeutet. Sich dem komplett zu entziehen, entspricht nicht meinem Naturell.

    Welcher Trainer hat Sie am meisten weitergebracht, wer war Ihr unangenehmster Gegenspieler und welche Fans fanden Sie bisher am beeindruckendsten?

    Ich denke, ich konnte von jedem meiner bisherigen Trainer etwas lernen. Auch aus negativen Erfahrungen versuche ich, das Positive hervorzuheben.

    Zu meinen Gegenspielern: Unangenehm sind auf ihre Art und Weise alle, jeder Spieler hat seine Qualitäten. Am liebsten sind mir natürlich diejenigen, die ich im Spiel weitgehend neutralisieren kann.

    In meinen bisherigen Vereinen in Deutschland hatte ich das Glück, immer vor gut gefüllten Rängen spielen zu dürfen. In Köln ist alles sicher etwas extremer, sowohl im Erfolgs- als auch im Misserfolgsfall. Extremer möchte ich damit nicht unbedingt mit beeindruckender gleichsetzen, hier in Aachen ist die Identifikation ebenfalls sehr hoch. Das hat für mich auch etwas Beeindruckendes.

    Was war es für ein Gefühl, mit Bremen die Meisterschaft und den Pokal zu gewinnen?

    Titel zu gewinnen ist natürlich immer schön, das nimmt dir keiner mehr, da bleibt was hängen. Mit einem Verein wie Alemannia Aachen den Aufstieg in die erste Liga zu erreichen, ist einem Titel aber gleichzusetzen. Erst recht dann, wenn man maßgeblich daran beteiligt ist.

    Wie kamen Sie mit Stürmerstar Ailton – der ja nicht immer als einfach gilt – zurecht?

    Toni ist kein Stinkstiefel. Sicher gibt es Spieler, die für Trainer einfacher zu handhaben sind als Ailton. Aber er hat die eine oder andere Verfehlung mit reichlich Toren wieder gutgemacht. Sonst hätte es vielleicht auch in Bremen Probleme gegeben.

    Ist der Presserummel um Sie und Ihre Frau, die ja die Schwester von Pop-Sternchen Sarah Connors ist, nicht manchmal anstrengend?

    Sicher steht man mehr im Rampenlicht, aber wir kommen damit gut zurecht. Zu Hause haben wir ja unsere Ruhe und können abschalten, ich möchte mich nicht beklagen.

    Was wollen Sie unbedingt noch in Ihrer Karriere erreichen?

    Wenn man einmal Bundesliga gespielt hat, will man dort natürlich wieder hin. Einen Aufstieg mitzuerleben, wäre sicher etwas Tolles. Ein paar Länderspiele für Finnland sollten es auch schon noch sein. Es gibt viele Dinge, die man als Profifußballer gern erreichen möchte. Aber arbeiten wir lieber daran, als darüber nachzudenken. Wir haben jetzt erstmal eine Aufgabe hier in Aachen, der die volle Konzentration gilt.

    Vielen Dank für das Gespräch.

    Geschrieben von:  Eodin

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