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Fußballgraffiti - das Buch über die Szene
Endlich ist das FG-Buch da - das große Buch zum Thema Fußballgraffiti!
  • BSG Stahl Riesa, 24. Juli 2008

     

    „Ich erwarte den Aufstieg in die Bezirksliga“


    Von:  Stephan R.T.

    Torsten ‚elkurzo’ Morawietz hat sich bereits im Juli 2003 auf unserer Seite registriert. Der 44-Jährige, der für Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft bereits an die 60 Länder bereist hat, ist seit 30 Jahren Fan von Stahl Riesa. Dementsprechend war sein erschütterndster Moment die Auflösung des FC Stahl Riesa 98 im Jahre 2003. Was er sonst noch so beim Fußball erlebte und wie er überhaupt zu diesem kam, steht in seinen Antworten auf unsere Fragen.

    Torsten, wie ist eigentlich Deine Leidenschaft für den Fußball entstanden und wer hat Dich eigentlich zum Fußball gebracht?

    Im Prinzip hat mich mein Vater zum Fußball gebracht. Als kleinen Jungen nahm er mich immer zu Spielen von Aufbau/Vorwärts Parchim mit. Irgendwann danach meldete ich mich selbst in diesem Verein an und machte einige Jugendstufen aktiv mit durch. Aufbau/Vorwärts schloss sich während meiner aktiven Laufbahn Hydraulik Nord Parchim an.

    Für welchen Verein schlägt Dein Herz und warum - was verbindet Dich mit Deinem Verein, wie und wann wurdest Du Fan?

    Mein Herz schlägt für Stahl Riesa. 1980 zogen meine Eltern (mit mir im Schlepptau) von Parchim nach Riesa. Ich war damals 14 Jahre und freute mich schon im Vorfeld riesig auf Oberligafußball. Stahl stieg gerade in dieser Saison wieder aus der DDR-Liga in die höchste Spielklasse auf. Fan von Stahl war ich quasi von meinem ersten Spiel an, einem 4:0-Sieg über Sachsenring Zwickau.

    Welche Erinnerung hast Du noch von den ersten Spielen, was war das für Dich damals für ein Erlebnis?

    Ein Erlebnis für mich war auf jeden Fall der Massenandrang der um die Oberligaspiele herrschte. Während in Parchim max. 500 Zuschauer zu einem Spitzenspiel der Bezirksliga Schwerin kamen, waren es in Riesa zu manchen Spielen bis zu 10.000. Auch die Fans mit ihren Gesängen und Sprechchören machten auf mich starken Eindruck.

    Ein Erlebnis war speziell auch mein erstes Auswärtsspiel mit Stahl bei Lok Leipzig. 1.000 mitgereiste Riesaer Anhänger feierten den 1:1-Auswärtspunkt. Da war es auch nicht ganz so schlimm, das es nach dem Spiel noch ein bissel auf die Backen gab. Fast unangetastet ist natürlich der 4:6-Auswärtssieg bei Carl Zeiss Jena, wo ich auch live zugegen war.

    Wie zufrieden bist Du mit der aktuellen Leistung Deines Vereins, was lief in dieser Saison gut, was hätte besser klappen können?

    Im Allgemeinen bin ich mit der vergangenen Saison unzufrieden. Ein zweiter Platz beschert uns ein weiteres und mittlerweile schon drittes Jahr Bezirksklasse. So hatte man sich das nicht gedacht.


    Beim vierten NOFB-Turnier in Riesa/Zeithain kümmerte sich ‚elkurzo’ um die Getränke.

    Wie soll es in der nächsten Saison weitergehen, was erwartest Du von Deinem Verein und in welchen Bereichen sollte es besser laufen?

    Ich erwarte den Aufstieg in die Bezirksliga. Ohne wenn und aber! Ob das zu realisieren ist, ist schwer zu sagen. Die Mannschaft hat in der kommenden Saison ein völlig neues Gesicht. Um die zwölf Abgänge und cirka ebenso viele Neuzugänge müssen erst einmal verarbeitet werden.

    Was waren die schönsten und welches die erschütternsten Erlebnisse mit Deinem Verein und anderen Fans?

    Das negativste Erlebnis, war abgesehen von manchen Abstiegen, ohne Zweifel die Insolvenz des FC Stahl Riesa 98 und die damit verbundene Löschung aus dem Vereinsregister.

    Was macht Dich zu einem echten Fußball-Fan, wie siehst Du andere Fans?

    Keine Ahnung was mich zum Fan macht. Bei anderen Fans ist es so, dass es Leute gibt die in Ordnung sind, aber auch absolute Vollidioten.

    In den letzten Jahren kam im Fußball immer wieder das Thema ‚Gewalt und Rassismus’ auf. Wie sind Deine Erfahrungen zum Thema und wie siehst Du die Probleme zwischen Fans und Ordnungskräften?

    Über ersteres zerbreche ich mir nicht so denn Kopf. Und zum zweiten Punkt muss man sagen, dass beide Seiten an sich arbeiten müssen.

    Ein weiteres aktuelles Thema ist kommerzielle Entwicklung des Sports, wie stehst Du dazu?

    Dem stehe ich natürlich negativ gegenüber. Es gab Zeiten, da sind wir in unserem Freundeskreis zu jeder EM oder WM gefahren. Bis zur WM 1998 in Frankreich sogar noch in großer Anzahl. Gerade auf so großer Bühne wird die Kommerzialisierung des Fußballs besonders deutlich. Gott sei dank sind wir in unserer derzeitigen Spielklasse kaum davon betroffen.

    Bist Du von anderen Fangruppen beeindruckt – wenn ja, von welchen und warum?

    Obwohl ich sie eigentlich nicht mag, bin ich dennoch von englischen Fans und ihren Gesängen beeindruckt. Da ich selbst schon bei einigen Spielen auf der Insel live dabei war, kann ich mir schon ein Bild davon machen. Vor allen der Lärmpegel an der Anfield Road in Liverpool ist gigantisch. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht erlebt.

    Melde Dich noch heute auf unserer Seite an und diskutiere mit!!

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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