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Stadien, Fans und Leidenschaft - Regionaler Fußball pur

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Kaperfahrten - Mit der Kogge durch stürmische See - Die Fans vom FC Hansa Rostock
Tauche ein in die Fankultur beim FC Hansa Rostock und begleite deren Anhänger von der Saison 1988/89 bis 2019/20.
  • Altonaer FC von 1893, 10. September 2008

     

    „Ich verurteile jede Gewalt im Fußball und im Umfeld der Stadien!“


    Von:  Stephan R.T.

    Seit dem 6. März 2004 gehört ‚Rolex’ unserer Seite an. Der 36-Jährige ist Fan von Altona 93 und versucht trotz der großen Entfernung zwischen Hamburg und seinem Wohnort Berlin möglichst viele Spiele seines Vereins zu sehen. Wie ‚Rolex’ einst zum Fußball kam und was über dessen Entwicklung denkt, das steht in seinen Antworten auf unsere Fragen.

    Rolex, wie ist Deine Leidenschaft für den Fußball entstanden und wer hat Dich eigentlich zum Fußball gebracht?

    Eigentlich bin ich erst recht spät zum Stadiongänger geworden. Zwar habe ich mir schon früher die Sportschau angeschaut und mich für Ergebnisse interessiert, so richtig häufig gehe ich allerdings erst seit 2000 ins Stadion. Und das obwohl ich 1977 das erste Mal im Stadion war und danach auch mehrfach Spiele gesehen habe. Irgendwie hat mich aber so kein Verein richtig begeistern können. Und auch die unteren Ligen waren lange Zeit für mich uninteressant.

    Für welchen Verein schlägt Dein Herz und warum - was verbindet Dich mit Deinem Verein, wie und wann wurdest Du Fan?

    Mein Herz schlägt für den Altonaer Fußball Club von 1893 oder kurz Altona 93. Zum Verein gebracht haben mich Bekannte, die dort schon länger hingingen und davon berichteten. Bei Altona gefallen mir die Atmosphäre, die Nähe zu den Vereinsverantwortlichen und Spielern und das nicht alles so streng reguliert ist als Verein im Amateurbereich. Letzteres ist aufgrund des ‚Aufstiegs’ in die Regionalliga jetzt leider etwas abhanden gekommen.

    Welche Erinnerung hast Du noch von den ersten Spielen, was war das für Dich damals für ein Erlebnis?

    Meine ersten Spiele waren die großen Hamburger Derbys 1977/78. Große Erinnerungen daran habe ich aber nicht mehr. Insbesondere an die Spieler des HSV, damals zur großen Zeit des Vereins (!), oder an die Fans von Pauli habe ich keine mehr.

    Das erste Spiel von Altona war ein Pokalspiel beim FC St. Pauli II. Verwundert war ich bei dem Spiel etwas über die Leute, von denen ich wusste, dass sie eine Dauerkarte bei der ersten Mannschaft von Pauli hatten, aber während des Spieles gegen Pauli stänkerten.

    Wie zufrieden bist Du mit der Leistung Deines Vereins, was lief in der vergangenen Saison gut, was hätte besser klappen können?

    Nachdem wir am Anfang der Saison unsere Probleme hatten – neuer Trainer, viele neue Spieler –, lief es zum Ende hin immer besser. Die Vizemeisterschaft war eigentlich eine riesige Überraschung. Natürlich ärgert die Niederlage im Landespokal gegen St. Pauli II. Insbesondere, da wir sie in der Liga zweimal schlagen konnten.

    Die Querelen innerhalb des Vereins um den Verkauf unseres Stadions ‚Adolf-Jäger-Kampfbahn’, die gerade übrigens 100 Jahre alt wird, wirken immer noch nach. Da hätte man vieles besser kommunizieren können und müssen!

    Wie soll es in dieser Saison weitergehen, was erwartest Du von Deinem Verein und in welchen Bereichen sollte es besser laufen?

    Durch den ‚Aufstieg’ in die Regionalliga wird sich (leider) vieles verändern. Der Umzug in unsere neue ‚Heimat’, das Stadion Hoheluft des SC Victoria, und die Auflagen des DFB, um hier nur einiges zu nennen. Ich würde mir wünschen, dass auch die Hoheluft für uns eine so starke Heimstätte wird, wie es die Adolf-Jäger-Kampfbahn in der letzten Saison war (Platz 1 in der Heimtabelle bei nur zwei Niederlagen). Gegen Chemnitz hat es ja schon mal gut geklappt.

    Aufgrund der zusammen gewürfelten Staffel kann man schlecht sagen, welche Mannschaften wie stark sind. Ich persönlich hoffe auf einen Klassenerhalt. Dass die Mannschaft als reine Amateurmannschaft gegen einige Vollzeitprofimannschaften Probleme bekommen wird, sehe ich, aber ich hoffe, dass die Mannschaft da trotzdem mithalten kann.

    Im Bezug auf ein Stadion hoffe ich, dass sich ein Grundstück finden lässt, dass in bzw. in der Nähe von Altona liegt und auf dem wir ein eigenes Stadion bauen können. Leider hat man da so den Eindruck, dass die Stadt Hamburg und der Bezirk Altona da was gegen den Verein haben! Insbesondere der Senatswunsch mit einem Amateurstadion am Volksparkstadion zusammen mit HSV II, ist alles andere als glücklich.

    Freuen tue ich mich auf die quasi ‚Heimspiele’ von Altona für mich in Berlin.

    Was waren die schönsten und welches die erschütterndsten Erlebnisse mit Deinem Verein und anderen Fans?

    Einer der schönsten Momente war sicherlich die nicht für möglich gehaltene Vizemeisterschaft letzte Saison und der damit verbundene ‚Aufstieg’ in die Regionalliga.

    Erschütterndstes Erlebnis war sicher der ‚Verkauf’ des eigenen Stadions mit hauchdünner Mehrheit auf der Mitgliederversammlung und alles was da im Umfeld ablief.

    Was macht Dich zu einem echten Fußball-Fan, wie siehst Du andere Fans?

    Was ist ein echter Fußball-Fan? Bin ich einer, weil ich zu den Spielen meines Vereins auch weite Fahrten auf mich nehme oder bin ich einer, weil ich auch gerne über den Tellerrand des eigenen Vereins schaue?

    In den letzten Jahren kam im Fußball immer wieder das Thema ‚Gewalt und Rassismus’ auf. Wie sind Deine Erfahrungen zum Thema und wie siehst Du die Probleme zwischen Fans und Ordnungskräften?

    Ich verurteile jede Gewalt im Fußball und im Umfeld der Stadien! Wer Gewalt will, sollte sich zumindest mit anderen Gleichgesinnten prügeln und die anderen in Ruhe lassen. Auch wenn das Fußballspiel zur Bühne einzelner Gruppierungen wird, die gar kein Interesse am Fußball oder dem Verein haben, ist das abzulehnen. So wie die Auseinandersetzungen zwischen Nicht-Anhängern des eigenen Vereins und Gästefans, wie jetzt nach unserem Spiel gegen Chemnitz. Das hat mit Fußball nichts mehr zu tun!

    Man darf beim Thema Gewalt nicht vergessen, dass es auch früher schon Gewalttätigkeiten gab. Ich kenne Beschreibungen von Auseinandersetzungen um 1900 rum! Die Hochzeit der Hooligans im Westen war ja eher in den 80ern und hat auch zu einem Toten in Hamburg geführt. Die jetzige Gewalt scheint vor allem im Umfeld der Ultras und im Osten aufzutreten. Allerdings wird evtl. auch nur im Osten so viel darüber berichtet, da es auch im Westen häufiger Auseinandersetzungen gibt, die aber kaum in den überregionalen Medien erscheinen!

    Zu den Problemen zwischen Fans und Ordnungskräften muss man sich vielleicht mal die beiden unterschiedlichen Gesichtspunkte klar machen. Die einen wollen ihre Mannschaft so gut es geht unterstützen, die anderen wenigstens etwas Ordnung aufrechterhalten. Leider gibt es auf allen Seiten (Fans, Ordner, Polizei) schwarze Schafe, die über die Stränge schlagen. Da sollten sich mal beide Seiten an die eigene Nase fassen!

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn man die Ordnungskräfte vernünftig anspricht, man auch eine vernünftige Antwort bekommt und vernünftig behandelt wird.

    Ein weiteres aktuelles Thema ist kommerzielle Entwicklung des Sports, wie stehst Du dazu?

    Kommerz muss sicher sein, da die Vereine ja auch Geld einnehmen wollen. Und das auch in den unteren Ligen! Allerdings kann man es auch übertreiben. Und das macht insbesondere die DFL derzeit.

    Ich freue mich immer, wenn es keinen Musikeinheitsbrei gibt und man Spiele ohne ständige Werbemitteilungen ála „Der Torschuss wird ihnen präsentiert von…“ gibt. So etwas nervt einfach!

    Bist Du von anderen Fangruppen beeindruckt – wenn ja, von welchen und warum?

    Von Fangruppen eher wenig. Beeindrucken tun mich eher die Allesfahrer und die Leute, die weit weg wohnen und trotzdem häufig bis immer zu Spielen anreisen. Insbesondere Letztere sind zu bewundern, da sie nicht mal eben 30 Minuten zum eigenen Stadion brauchen! Da ich selber ja auch nicht gerade nah an meinem Verein wohne, weis ich wie das ist, wenn man sich überlegt, ob man zu einem Spiel anreist, bei dem keine Gästefans erwartet werden oder das Spiel eigentlich von vorneherein uninteressant ist.

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    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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