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  • SV Schalding-Heining, 17. Januar 2008

     
    „Wir können nicht großartig irgendwelche Alt-Stars verpflichten“

    In der vergangenen Landesliga-Saison spielte der TSV Schalding-Heining eine überragende Rückrunde. Am Ende landete man gar auf dem zweiten Tabellenplatz. Der Erfolgscoach Andreas Eiler verließ daraufhin nach vier Jahren den Klub. Als Nachfolger wurde der 31-jährige Thomas Prebeck eingestellt. Er musste ein sehr schweres Erbe antreten. Mit die-fans.de sprach er über die aktuelle Saison, und wie der letztjährige Vizemeistertitel zustande kam.

    Letztes Jahr wurde der SV Schalding-Heining Vizemeister unter Trainer Andreas Eiler. Was konnte man aufgrund dieses Erfolges vor der Saison vom Team erwarten?

    In der vergangenen Saison ist natürlich alles so gelaufen, wie man sich das als Spieler und als Trainer nur wünschen kann. Wir hatten keine Verletzten, nach der Winterpause konnten wir unglaubliche 14 Spiele in Folge gewinnen. Das war ein Lauf, den man als Fußballer wahrscheinlich nur einmal erlebt. Da ist halt alles zusammengekommen, sodass wir am Schluss um die Vizemeisterschaft mitspielen konnten. Damit hatte wirklich niemand gerechnet. Von Sieg zu Sieg baute sich immer mehr Euphorie auf. Dadurch kam auch noch das nötige Quäntchen Glück dazu.

    Dass das in dieser Saison nicht so weiter gehen konnte, war natürlich allen klar, den Verantwortlichen wie auch den Spielern. Wir wollten zwar versuchen, an die vorderen Ränge etwas hinzuschnuppern – Platz 5 wurde da als Maßstab gesetzt – aber es ist in der Vorbereitung schon losgegangen mit diversen Verletzungen. In der vergangenen Saison hatten wir zwanzig Mannschaften in unserer Liga, für jeden also 19 Spiele pro Halbserie. In der Rückrunde hatten wir dann auch noch etliche Pokalspiele. Wir wurden sogar Niederbayrischer Pokalsieger. Ein Stammspieler hatte somit ungefähr 45 Pflichtspiele innerhalb einer Saison zu absolvieren. Und diese große Belastung machte sich im Sommer leider bemerkbar. Wir hatten nur eine kurze Pause zur Erholung, dann ging es schon wieder mit der Vorbereitung los. Dann traten halt die Verletzungen auf, bedingt durch die lange Vorsaison.

    Gewisse Spieler, wie etwa Benjamin Neunteufel, der im letzten Jahr Torschützenkönig der Landesliga war, riss sich in der Vorbereitung die Bänder. Er kommt vielleicht auf knapp zehn gespielte Minuten. Seine Verletzung stellte sich als schlimmer heraus, als zunächst vermutet. Unser Spielführer war sieben Wochen verletzt, ich selbst musste auch fünf Wochen pausieren. Da kam viel zusammen. Und in diesen Phasen hast dann auch kein Glück mehr. Ehe du dich versiehst, hängst du schon unten drin. Genau so war es bei uns am Anfang der Saison. Da hatten wir genau den Negativ-Lauf, den wir in der Vorsaison als Positiv-Lauf hatten

    Könnten Sie noch einmal kurz auf die Hinrunde rückblickend eingehen?

    Die Hinserie war am Anfang sicherlich enttäuschend. Wir wollten, wie gesagt, im vorderen Mittelfeld mitspielen. Nach sieben Spielen konnten wir letztlich nur einen Punkt auf unserem Konto verzeichnen. Da fragt man sich dann schon, ob man alles richtig gemacht hat und woran diese Misere liegen könnte. Aber mit der Zeit konnten wir unsere Verletzten nach und nach wieder in der Mannschaft begrüßen. Von den letzten elf Spielen haben wir auch nur eines verloren. Wir hatten in der zweiten Hälfte der Vorrunde wieder einen relativ guten Lauf und konnten uns aus den hinteren Rängen etwas herauskämpfen. Im Moment überwintern wir auf Platz 12. Dennoch sind die Teams da hinten in der Tabelle sehr eng beieinander.

    Aufgrund des Starts kann man im Nachhinein dennoch mit dieser Hinrunde zufrieden sein. Wenn man bedenkt, dass wir viele Langezeitverletzte hatten und auch gesperrte Spieler fehlten, dann muss man nach dem verkorksten Start mit dem Ergebnis zufrieden sein

    Welche Verbesserungen sind in der Rückrunde nötig?

    Ich habe den Spielern am Ende der Hinrunde gesagt, dass sich ein jeder, der angeschlagen ist, einfach nur auskurieren soll. Wichtig ist, dass wir alle wieder fit in die Vorbereitung starten können. In zehn Tagen beginnen wir mit dem Training, und da sollte jeder einen entsprechenden körperlichen Zustand erreicht haben, um voll am Training teilnehmen zu können. Was danach kommt, da müssen wir uns überraschen lassen. Aber ich gehe davon aus, dass wir uns da hinten rauskämpfen und den Klassenerhalt rechtzeitig sichern werden.

    Im Winter spielten wir auch drei Hallenturniere. Drei Turnierteilnahmen – drei Turniersiege. Das gibt der Mannschaft Selbstvertrauen. Vielleicht können wir etwas davon zehren am Anfang der Rückrunde.

    Gibt es Veränderungen im Kader?

    Ja, Florian Wagner wird in der Rückrunde zu uns stoßen. Er spielte in der Bundesliga-A-Jugend von Wacker Burghausen. Er lief schon in den drei Hallenturnieren für uns auf. Und er machte einen sehr positiven Eindruck. Florian war mit seinen 18 Jahren in diesen Turnieren immer einer der Besten. Nach solchen Leuten halten wir Ausschau. Wir können nicht großartig irgendwelche Alt-Stars verpflichten. Wir schauen, dass wir junge Leute bekommen, die im Fußball noch was erreichen wollen. Und genau solch einer ist dieser Florian Wagner. Mittel- oder langfristig helfen uns solche Spieler sicherlich weiter.

    Michael Ochmann ist im Winter zum SV Auerbach in die Bezirksoberliga gewechselt. Außerdem sind wir noch mit einem weiteren Spieler im Gespräch. Dazu kann ich jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen.

    Der SV Schlading-Heining lag anfangs sogar vier Spieltage auf dem letzten Tabellenplatz. Dann ging es aber stetig nach oben, aktuell überwintert man auf dem zwölften Platz. In welche Richtung muss man sich orientieren?

    In unserer Position muss man sich, wenn man auf die Tabelle blickt, schon nach unten orientieren. Zum Rückrundenauftakt müssen wir gleich gegen Freier TuS Regensburg spielen. Und die sind uns eng auf den Fersen. Das wird sicherlich ein richtungsweisendes Spiel. Wir müssen gleich einen guten Start hinlegen. Aber erst Ende des Monats März kann man erkennen, wohin man sich letztendlich orientieren muss. Dennoch geht unser der Blick zuerst nach hinten.

    Sie sind nur einen Punkt von einem Abstiegsplatz entfernt. Insgesamt spielen fünf Mannschaften derzeit den Relegationsplatz aus. Wen schätzen sie am stärksten ein?

    Im Winter tut sich immer sehr viel auf dem Transfermarkt. Da muss man erst einmal abwarten. Dennoch schätze ich Freier TuS Regensburg als stark ein. Zugegeben, andere Mannschaften schätzt man vielleicht nicht so stark ein. Grundsätzlich ist es aber ein schwieriges Unterfangen, zu deuten, wer von den direkten Konkurrenten am stärksten ist. Vielleicht müssen die guten Teams mit unerwarteten Verletzungen kämpfen. Das kann alles passieren. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen kann.

    Auf welchem Platz steht der SV Schalding-Heining am Ende der Saison?

    Auf einem einstelligen Tabellenplatz

    Dann viel Glück bei der Realisierung und danke für das Gespräch!

    Geschrieben von:  thom.as

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