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  • SG Dynamo Dresden, 21. November 2020

     
    100. Geburtstag von Walter Fritzsch – Erinnerung an den erfolgreichsten Trainer der Vereinsgeschichte

    Von:  Stephan R.T.

    Er war der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte und revolutionierte mit der Entwicklung des berühmten ‚Dresdner Kreisel‘ zwischen 1969 und 1978 nicht nur den Fußball bei Dynamo nachhaltig, sondern auch den der gesamten DDR. Heute wäre Walter Fritzsch 100 Jahre alt geworden.

    „Ohne die herausragende Pionierarbeit von Walter Fritzsch im Dienst der SG Dynamo Dresden würde es unseren Verein in seiner aktuellen Form wahrscheinlich gar nicht geben. Er hat es geschafft, aus dem großen Fundus an jungen Talenten des Bezirkes Dresden, eine Mannschaft von europäischer Spitzenklasse zu formen. Mit seiner visionären Art und Weise, Fußballspielen zu lassen, sorgte er aber ganz entscheidend auch dafür, dass sich der ‚Mythos Dynamo Dresden‘ weit über die Grenzen unserer schönen Stadt hinaus ausbreiten konnte“, erklärte Dynamos Präsident Holger Scholze.

    Einen passenderen Zeitpunkt hätte sich „der kleine General“, wie er zu seiner Zeit als SGD-Cheftrainer genannt wurde, übrigens nicht für dieses Jubiläum wünschen können, denn auch beim heutigen Gegner F.C. Hansa Rostock stand der Übungsleiter sechs Jahre lang hauptverantwortlich an der Seitenlinie und ist damit bis heute Rekordtrainer der Hanseaten.

    „Noch heute zählen die von Walter Fritzsch stets vorgelebten und streng eingeforderten Tugenden Bescheidenheit, Fleiß und Ehrgeiz zu den Grundpfeilern des Selbstverständnisses unserer SGD. Dies kommt sowohl in der täglichen Vereinsarbeit als auch mit Hilfe unserer Partner durch die Namensgebung des neuen Trainingszentrums, der AOK PLUS Walter-Fritzsch-Akademie, zum Ausdruck. Seine unschätzbar wertvollen Verdienste um unseren Verein gilt es an diesem besonderen Tag entsprechend zu würdigen“, sagte Scholze.

    Walter Fritzsch wurde 1920 in Planitz in Westsachsen geboren, das heute ein Stadtteil von Zwickau ist. Beim dortigen Fußballverein Planitzer SC erlernte er das Fußballspielen. Während des Zweiten Weltkrieges war er an der Ostfront stationiert und überlebte – im Gegensatz zu vielen seiner Freunde – unzählige ‚Nahkampftage‘, wie er in seinen Tagebüchern festhielt.

    In den Nachkriegsjahren agierte er zunächst als Spielertrainer der SG Oberhohndorf und Wismut Cainsdorf, ehe er 1950 bei Wismut Aue seinen ersten Posten als Cheftrainer antrat. Nach einer Anstellung bei Empor Lauter folgte 1953 ein erstes, rund einmonatiges Intermezzo bei der SGD.

    Im Anschluss trainierte Fritzsch den SC Motor Karl Marx Stadt, Stahl Riesa, SC Empor Rostock sowie erneut Stahl Riesa, bis er im Jahr 1969 wieder in den Dienst der Sportgemeinschaft trat. Mit Dynamo feierte er bis 1978 fünf DDR-Meisterschaften und zwei FDGB-Pokalsiege. Dreimal erreichte der Verein unter seiner Ägide das Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs.

    Walter Fritzsch förderte mit Akribie, Disziplin und Hingabe junge Talente und entwickelte mit dem ‚Dresdner Kreisel‘ einen eigenen Spielstil, der die sportlich erfolgreichste Zeit der Vereinsgeschichte prägen sollte.

    Legendär sind seine ersten Versuche, mit einer Kamera Spiel- und Trainingsszenen von der Seitenlinie aus für eine bessere Analyse aufzunehmen. Darüber hinaus verewigte der Übungsleiter seine Eindrücke täglich in akribisch geführten Tagebüchern.

    Die beeindruckende Sammlung dieser wertvollen Werke von 1938 bis 1995 befindet sich im Besitz von Autor und Journalist Uwe Karte, mit dem wir zu diesem Anlass ein Interview über das Leben der Trainerlegende führten. Im kommenden April veröffentlicht Karte mit ‚Tagebuch für Walter Fritzsch‘ eine Biografie des legendären Übungsleiters, die man bereits vorbestellen kann.

    Das vollständige Gespräch mit Uwe Karte zum 100. Geburtstag von Walter Fritzsch wird erstmals in der Online-Ausgabe des Stadionmagazins KREISEL zum Heimspiel am Mittwoch gegen die SpVgg Unterhaching erscheinen.

    Am 15. Oktober 1997 verstarb Fritzsch im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung in Dresden. Im Jahr 2004 wurde ihm zu Ehren eine Gedenksäule auf dem Stadiongelände errichtet. Heute steht die Säule an der Lennéstraße 12 direkt neben dem Rudolf-Harbig-Stadion. Seit 2019 trägt das neu errichtete Trainingszentrum der SGD am Messering 18 den Namen AOK PLUS Walter-Fritzsch-Akademie.

    Henry Buschmann

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    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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