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  • 1. FC Eschborn, 22. November 2014

    2:3-Heimniederlage gegen den FC Bayern Alzenau


    Von:  Werner G.

    Ein zeitlich geruhsamer Vormittag entstand vor der Partie des FC Eschborn gegen den FC Bayern Alzenau 1920 2:3 (Hessenliga, ca. 229 Zuschauer, darunter ca. 55 Gästefans) durch die späte Treffpunktzeit um 13 Uhr und begünstigte neben Haareschneiden in Frau Schus Salon auch mal die Hotelbuchung für den Winterurlaub, die – nachdem der Flug nicht gerade günstig erstanden wurde – wenigstens mal als vermeintlicher Schnapper ausfiel. Ich hoffe doch, dass wir bei 21 Euro im Doppelzimmer trotzdem noch irgendwie die Zimmertür vor lauter Kakerlaken aufbekommen.

    Frau Schu am Nachmittag dann für einen familiären Theaterbesuch verhaftet, Herr Schu das Handy wie immer auf lautlos gehabt und erst im Bus mitbekommen, dass mein Date mit den Marzahner Boys mittlerweile gar keinen Bestand mehr hatte, denn die Grippe hatte den zwölften Stock außer Gefecht gesetzt. Wohl etwas zugig da oben. Aber Eschborns Fanszene ist ja so dermaßen unüberschaubar üppig, weshalb ich schon nicht lange alleine bleiben würde. Komischerweise war dem wirklich so, denn BO schon entgegen allen Gepflogenheiten fast zeitgleich dort und auch Heinz Erhardt nur wenig später, da Frau Erhardt heute Fenster putzte. Hatte irgendwie was von einem Treffen der verlorenen Seelen und zumindest in BO´s Fall bestätigte sich die Vermutung auch, denn er hat nach eigenen Angaben den Koran gelesen. Auf Deutsch, hat nen halbes Jahr gedauert. Eieiei, dafür wäre mir meine Zeit nun wirklich zu schade… das Teil haben – wenn man sich mal grob die täglichen Nachrichten zu Gemüte führt – schon viel zu viele gelesen… Selbst um den Alzenauern Kickern eins über den Nischel zu hauen und drei Punkte einzuheimsen, würde ich den Schinken nicht nutzen.

    Somit überließ ich die Besorgung des Dreiers mal den einheimischen Matadoren, die auch auf einem guten Weg schienen: 2:0 zur Pause durch Nguyen und Niederschlag: ordentliches Spiel, Alzenau auch wahrlich nicht schlecht, der komfortable Vorsprung vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen, aber man kann die Buden ja auch mal zum richtigen Zeitpunkt erzielen. Irgend so ein finsterer Herr Wichtig machte mich in noch finsterer Manier darauf aufmerksam, „dass ich mein Taschentuch verloren hätte“. War aus der Jackentasche gepurzelt, Teil aufgehoben und ein „danke, spätestens bei nächsten Naseputzen hätte ich es vermisst“. Er noch grimmiger geguckt… „Sind sie vom Ordnungsamt oder so was?“ „Nein, ich bin von der Polizei“. Na da hab ich ja Glück gehabt, denn verlorene Taschentücher fallen denke ich nicht in deren Zuständigkeitsbereich. Kann dem nicht mal jemand was zu tun geben? Hab ihn im Laufe des Tages noch einige Male gesehen, an verschiedenen Stelle, wohl auf Streife… immer grimmig, immer bereit zum Zugriff. Vielleicht hatten die Alzenauer den auch angeschleppt, keine Ahnung. Im Freistaat ticken die Uhren ja bekanntlich etwas anders, aber selbst wenn die Unterhaltung zwischen Balkon (inkl. Unterbau) und den Trainerbankkiebitzen nie ganz abriss, so war der Tenor doch noch etwas gehobener als zu anderen Anlässen. Aber es waren auch ja auch Nordbayern, keine Osthessen… Ablenkung an der ‚Bison-Bar‘ musste her und die kam auch: heute mit spanischem ‚Mahou‘ im gut verträglichen 4,8-Prozent-Gewand und ich sage dazu wie gewohnt: „Gracias, Bison… Olé Espana“

    Das ‚Olé‘ blieb nicht nur mir wenig später aber im Hals stecken, denn das frühe Gegentor direkt nach Anpfiff war so nicht geplant und schon gar nicht gewollt. Fortan war es vorbei mit der Herrlichkeit des Fußballnachmittags und ich bemühe da gerne mal die Kurzform des Berichts vom Kollegen Buddha, der im Eschborner Spiel nach der Pause „einen rapiden Leistungsabfall“ konstatierte. Dem kann man nur beipflichten, aber solch ‚zwei Gesichter‘ im Sport kann ich – als (lange ist es her) Tennisspieler auch ganz gut nachempfinden. Da gewinnst du beispielsweise gegen eine quasi gleich guten Gegner den ersten Satz dank einer durchdachten Spielweise mit 6:3 und ein verlorenes Aufschlagspiel im zweiten Satz bringt dich so dermaßen aus dem Takt, dass urplötzlich nix mehr geht und die nächsten beiden Sätze deutlich verloren gehen. Alles schon gehabt, viel Psyche: gleichermaßen nachvollziehbar wie eigentlich auch unverständlich. Demnach 2:3 abgekackt und meine sommerlichen Relegationsgelüste muss ich wohl – wenn überhaupt – mit der zweiten Mannschaft ausleben, denn die stehen exakt auf dem Tabellenplatz, von dem wir mittlerweile doch arg weit entfernt sind. Allerdings auch ein paar Ligen tiefer.

    Hurtig das Päckchen geschnürt und eiligst zum Bahnhof, von wo – gemeinsam mit dem Buddha – die kurze Strecke nach Rödelheim absolviert wurde.

    amaschu.de

    Geschrieben von:  Werner G.

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