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Zeitreisen – Spieler und Trainer erinnern sich an die DDR-Oberliga
Von der Kindheit bis zur Gegenwart. Die sportlichen Grüßen der 1970er und 1980er im Porträt.
  • TSV Schott Mainz, 10. März 2012

    Dem BFV Hassia Bingen mit 2:3 unterlegen


    Von:  Werner G.

    Mehr oder minder teilnahmslos saß ich in der S-Bahn gen Mainz und hatte ausnahmsweise mal gar keine Lust mein Umfeld zu beobachten, weshalb auf der Hinfahrt auch keine Anekdötchen würden herausspringen werden – so mein Gedanke… Ab Hochheim wurde der teilnahmslose Schu aber unfreiwillig in Beschlag genommen, als mich ein Mädel um die 25 nach ner Zugverbindung nach Frankfurt fragte. Sie kam aus Rüdesheim, wollte nach Mainz, war dann aus Versehen nach Frankfurt gefahren, wollte dann wieder nach Mainz, wo ihre Mitfahrgelegenheit nach Berlin noch immer wartete. Leider fuhr die S-Bahn dann nur bis Hochheim und ihr Fahrer war mittlerweile übrigens nach Frankfurt gefahren. Die vorgeschlagene („ich würde da jetzt mal langsam einsteigen, die fährt in zwei Minuten“) S-Bahn hat sie dann verpasst, weil sie noch eine rauchte und eine Fahrkarte konnte sie trotz meiner Unterstützung am Automaten nicht erhalten, da sie nur einen 100er hatte, den niemand so schlecht wechseln konnte wie ich. Keine Ahnung, wie es mit der weiterging...

    Ich schaffte es bis nach Kastel, wo ich umgehend einen (wie sich herausstellte) 52-jährigen Ex-Punk mit drei Meter hohem Rucksack an der Backe hatte, der „seit 22 Jahren im Wald zeltet“, mit seiner 35 Kilogramm schweren Behausung auf dem Rücken vor zehn Jahren vom Mainzer Wald nach Hamburg in den Wald gezogen ist und nun nach Landau wollte, um dort Kumpels zu besuchen, die ebenfalls im Wald wohnen. Seit halb sechs heute Morgen war er unterwegs, sehr nett, aber voll wie die Sau. Ich war mir nicht sicher, ob es nicht erneut bis halb sechs dauern würde, bis er womöglich mal in Landau ankommt. Und das trotz der guten Tipps von Norman Langens Doppelgänger, der sich noch in unsere muntere Busunterhaltung einklinkte. Rein in die Straßenbahn, die nach wenigen hundert Metern abrupt zum Stehen kam, weil sich unmittelbar nebenan eine Schlägerei mit mehreren Personen sowie Bullerei ereignete, weshalb nun mehrere Blaulichtkarren über die Gleise zur Unterstützung fegten. Auch dieser Schauplatz wurde irgendwann passiert, leider dann auch meine Haltestelle Turmstraße. Hm, komisch, wieso fahren wir denn an den Flutlichtern vorbei? Eigentlich müsste ich ja hier raus… zwei Stationen weiter ausgestiegen und mir sicher gewesen, dass er an meiner Haltestelle nicht angehalten hat. Also kopfschüttelnd zurück gefahren und Peng: wieder hält der einfach nicht an. Erneut raus, mittlerweile kam mir das (bzw. ich mir) ungeheuerlich vor und erst dann hab ich den ‚Halteknopf‘ entdeckt. Beim dritten Mal hat es dann geklappt. Seit wann muss man in der Straßenbahn den ‚Haltewunschknopf‘ drücken?

    Puuuh, also jetzt war es aber genug mit der Aufregung, erst mal verschnaufen, viel zu viel Stress für einen teilnahmslosen Menschen wie mich. Jetzt wurde allerdings der Fußweg beschwerlich(er), was nicht an deinen Spuren im Sand lag, sondern vielmehr am Pfand, den ich fand (und wieder mal nicht achtlos stehen lassen konnte). Kicher, auch der war wieder schlecht. Zehn Meter Bericht und der Kick des TSV Schott Mainz gegen den BFV Hassia Bingen im Otto-Schott-Sportzentrum hat noch nicht mal angefangen, jetzt ist es Zeit sich kurz zu fassen bei meinem vierten Besuch von Herrn Otto Schott, der mir heute – nach der Sporthalle, dem Rasenplatz und dem Freilufthockeyplatz – seinen Kunstrasenplatz anbiedern durfte. Die Jungs und Mädels von ‚Bingium Delirium‘ hatten bereits ihren Fetzen aufgehängt und diesen kurioserweise komplett verwaist in der Ecke hängen lassen, da die Besitzer sich durchgehend und ausnahmslos am Bierstand aufgehalten haben. Auch nicht schlecht...

    Das Ergebnis von 2:3 klingt dann spannender als es in meinen Augen war. 1:2 (nach 0:2) zur Pause, 2:3 (nach 1:3) zum Schluss. Ein hektischer Kunstrasenfight mit wenig spielerischen Elementen, dafür umso mehr Kampf. Nicht gerade schön zum Angucken und irgendwie scheint das in der Verbandsliga heute weit verbreitet zu sein, wie ich auch schon letzten Sonntag feststellen konnte. Als Eschborn noch in Liga sechs gespielt hat, war das natürlich gaaaanz anders. Wirklich in Erinnerung geblieben ist mir nur die Geschichte mit einem Foul in der Nähe der Delirium-Truppe, die der Pöbel meinem Gehör nach mit „Schauspieler, Schauspieler“ bedacht hat. Als sich dieser Vorgang noch etliche weitere Mal bis in Halbzeit zwei wiederholte, dachte ich noch, dass die sich auf denjenigen ja ganz schon eingeschossen zu haben schienen, wenn sie den sogar jetzt noch mit Schmähgesängen versehen. Tja, ein Versehen lag da offensichtlich nur bei mir vor, denn eigentlich haben sie „Hassia, Hassia“ gesungen, wie mir wesentlich später dämmerte..... Ei jo, ‚gut hören‘ kann ich schlecht, aber ‚schlecht hören‘ kann ich dafür ganz gut. Auch das war gar nicht witzig und außerdem uralt, also Ende aus und fertig mit dem Kackbericht.

    amaschu.de

    Geschrieben von:  Werner G.

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