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  • VfR 1896 Mannheim, 11. Oktober 2020

     
    Erfolg des Willens – Lupenreiner Cihad Ilhan-Hattrick bringt die Rasenspieler auf die Siegesstraße

    Von:  Stephan R.T.

    Nein, es war keine fußballerische Offenbarung, die der VfR 1896 Mannheim gegen den FV Fortuna Kirchfeld am Samstagnachmittag vor 200 Zuschauern im Rhein-Neckar-Stadion ablieferte. Aber die Rasenspieler bewiesen Charakter, ließen sich von erneuten Nackenschlägen nicht aus dem Konzept bringen und gewannen nach einem Kraftakt schlussendlich verdient mit 4:1. Der erste Heimsieg in dieser Verbandsligasaison war also perfekt.

    Dabei verlief der Anfang des Spiels gegen zunächst überraschend früh attackierende Gäste überhaupt nicht nach Plan. Bereits nach einer Minute sorgte ein kapitaler Bock im Mannheimer Spielaufbau dafür, dass der Kirchfelder Luca Sickinger außerhalb des Strafraums frei zum Schuss kam und das Leder nur knapp neben den kurzen Pfosten setzte. Die Blau-Weiß-Roten waren bemüht, wirkten aber nicht ganz frisch, da die 120-minütige Pokalbegegnung gegen den ATSV Mutschelbach offensichtlich noch in den Knochen steckte. Der finale Pass wollte nicht ankommen, Zweikämpfe gingen verloren und missratene Anspiele gaben den spritzig wirkenden Gästen die Möglichkeit, dem Kasten von Marcel Lentz gefährlich nahe zu kommen. Nach gut zehn Minuten gab es dann auch die kalte Dusche: Basierend auf einen Fehlpass der Quadratestädter tankte sich Tom Spachholz auf der rechten Seite durch und brachte das Leder flach ins Zentrum, wo Justin Wagenführer aus naher Distanz ins kurze Eck einschob (11.).

    Die Rasenspieler versuchten nun, eine rasche Antwort zu finden und schrammten nur knapp am Ausgleich vorbei, als Ugo-Mario Nobile nach einer Ecke von Yanick Haag am höchsten stieg und mit einem strammen Kopfball Kirchfelds Keeper Sven Däggelmann testete (14.). In dieser Aktion fehlte nur ein wenig die Präzision. Aber auch die Gäste suchten noch einmal den Zug zum Tor. Ein schnell vorgetragener Angriff endete mit einem Abschluss von Tom Spachholz aus halbrechter Position, doch Marcel Lentz klärte den 18-Meter Schuss und fischte das Leder aus dem kurzen Eck (24.). Andreas Backmann war mit dem Geschehen auf dem Platz überhaupt nicht zufrieden und musste bereits vor dem Pausenpfiff, teilweise auch verletzungsbedingt, auswechseln. Für Ayhan Akdemir und Benedikt Koep kamen Lauris Schneider Sanchez und Leon Ampadu Wiafe in die Partie, beide taten dem Spiel des VfR sehr gut.

    Kurz vor der Halbzeit leitete Cihad Ilhan den Wendepunkt ein: Der Goalgetter bekam einen tiefen Steilpass von Yanick Haag zu fassen, lief frei aufs Tor zu und ließ Gästekeeper Däggelmann nicht den Hauch einer Chance (40.). Der Ausgleich wirkte wie ein Brustlöser, da die Gastgeber plötzlich befreiter aufspielen konnten, zielstrebiger handelten und gedanklich einfach frischer wirkten. Das 2:1 sollte nach einem schnell vorgetragenen Angriff sogar noch vor dem Pausentee fallen. Abermals hieß der Torschütze Cihad Ilahn, der goldrichtig positioniert war und erneut souverän einnetzte (43.). So gingen die Rasenspieler mit einer Habzeitführung in die Kabine. Der Vorsprung basierte weniger auf einer deutlichen spielerischen Überlegenheit, sondern viel mehr auf purer Willensstärke der Backmann-Elf.

    Nach Wiederanpfiff sorgte erneut Cihad Ilhan für die Vorentscheidung. Ein Großteil des Treffers ging jedoch auch auf das Konto des gerade einmal 19-jähirgen Lauris Schneider Sanchez, der sich mit seiner Schnelligkeit und technischen Finesse auf der rechten Außenlinie durchsetzte und den Ball präzise in den Strafraum auf Ilhan ablegte. Dieser stellte seine Vollstreckerqualitäten einmal mehr unter Beweis und blieb eiskalt (49.). Somit erzielte Ilhan binnen neun Minuten einen lupenreinen Hattrick. Selbst für einen Spieler seiner Qualität ist das eine absolute Rarität und sogar rekordverdächtig.

    Das 3:1 stellte eine weitere Zäsur im Spiel dar. Von nun an verlagerte sich die Begegnung zwischen den jeweiligen Sechzehnern. Beide Seiten gingen zwar nach wie vor beherzt in die Zweikämpfe, allerdings blieben größere Torgelegenheiten aus. Auch in dieser Phase war wahrlich nicht alles Gold, was glänzte, aber die Moral der Rasenspieler sorgte dafür, dass die Partie trotz müder Beine souverän nach Hause geschaukelt werden konnte. Brenzlig wurde es für den VfR nur noch einmal kurz vor Ende der Begegnung. Ein Abpraller fiel dem im Strafraum freistehenden Paul Westphal vor die Füße, der in Marcel Lentz aber seinen Meister fand (84.). Für den Schlusspunkt dieser Begegnung sorgte Yanick Haag, der von Ugo-Mario Nobile mit einem steilen Anspiel bedient wurde, sich gegen mehrere Kirchfelder Verteidiger durchsetzte und von der linken Strafraumkante aus das Leder millimetergenau ins lange Eck schlenzte (90.).

    „Auch wenn das heute sicherlich kein gutes Spiel war, muss ich der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Der Kopf war leer, die Beine schwer und trotzdem haben wir es geschafft, die Partie zu drehen. Heute zählte einfach nur das Ergebnis, der Rest war zweitrangig“, so die Analyse von VfR Cheftrainer Andreas Backmann.

    VfR Mannheim: Lentz- Akdemir (33. Schneider Sanchez), P. Haag, Herchenhan, Denefleh (48. Grimm), Nobile, Prokop, Mayer (75. Yahaya), Y. Haag, Ilhan, Koep (40. Ampadu Wiafe)

    FV Fortuna Kirchfeld: Däggelmann, Böhm, Demir, Balaban, Diringer, Wagenführer, Dinges (80. Kanoukov, Sickinger, Saravanja, Westphal (87. Ködel), Spachholz (66. Holzinger)

    Schiedsrichter: Simon Wecht
    Zuschauer: 200

    Moritz Kaltwasser

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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