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Steigt ein Fahnenwald empor - Chemie und seine Fans - ein besonderes Kapitel Ostfußball
Das 640-Seiten-Werk Über die Fankultur eines der populärsten und am fanatischsten verehrten Fußballclubs der ehemaligen DDR.
  • Hinweis, 04. April 2013

     
    Fußballwetten – die beliebteste Form der Sportwetten

    Fußball begeistert in Deutschland die Massen - nicht nur unter Sportfans ist Fußball die mit Abstand populärste Sportart, auch beim Thema Sportwetten nimmt König Fußball eine dominante Stellung ein. Die deutschen Wettanbieter verzeichnen rund 80% ihrer Umsätze mit Wetten auf Fußballspiele aus aller Welt, keine andere Sportart treibt auch nur annähernd so viele Fans in die Wettbüros.

    Was genau versteht man unter Sportwetten, warum sind Sportwetten und insbesondere Fußballwetten historisch gesehen so beliebt, welche Wettangebote findet man heute in den zahlreichen Wettbüros und wie sieht die rechtliche Situation bei Sportwetten in Deutschland aus – diese Themen möchten wir in diesem Beitrag nun ausführlich behandeln:

    Einleitung: Die Sportwette – eine Definition

    Bei der Sportwette wird auf die persönliche Einschätzung zum Ausgang eines Ereignisses, in der Regel einer Sportveranstaltung, Geld gesetzt. Sollte das Ereignis den prognostizierten Ausgang zeitigen, so wird neben dem Einsatz auch ein Gewinn retourniert. Bei umgekehrtem Ergebnis behält sich der Wetthalter den Wetteinsatz ein.

    Die Ermittlung des Gewinnbetrages erfolgt mittels eines vom Wettanbieter bei Wettabschluss definierten Multiplikators: der Quote. Die Wettquote bringt, grob gesagt, die Wahrscheinlichkeit – oder vielmehr die vom Buchmacher nach diversen Kriterien eruierte Wahrscheinlichkeit – des jeweiligen Ausgangs zum Ausdruck.

    Außerdem wird in der Kalkulation und Anpassung der Quoten die aktuelle Verteilung der Wetteinsätze auf die unterschiedlichen Ausgänge des Ereignisses berücksichtigt. Der Buchmacher ist bestrebt, sein „Buch“ – das Angebot – so zu gestalten, dass egal wie das Ereignis letztendlich ausgeht, nach Auszahlung der Wettgewinne noch ein Betrag für ihn verbleibt. In der Regel wird mit einem Bruttospielertrag (= die Gewinnspanne des Wettanbieters) von 3-7% kalkuliert.

    Kurze Geschichte der Sportwette

    Was eine jede Sportveranstaltung automatisch mit sich bringt, ist der Drang, sich als Zuseher Gedanken über den Ausgang zu machen. Der nächste Schritt ist, auf Basis konkurrierender Einschätzungen unter einander – im Freundes- oder Bekanntenkreis – eine Wette abzuschließen.

    Somit ist es nur eine konsequente Entwicklung, dass sich mit der Professionalisierung des Sports auch das Wettgeschäft professionalisiert: Als erster Buchmacher nach modernem Verständnis gilt der Engländer Harry Ogden, der im auslaufenden 18. Jahrhundert beginnt, Wetten auf Pferderennen anzunehmen.

    Erst viel später werden andere Sportarten in die „Bücher“ aufgenommen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass diese erst viel später eine Professionalisierung erfahren haben. Der in Deutschland heute so populäre Fußball zieht beispielsweise erstmals während der Industrialisierung Beachtung auf sich, und zieht als „Leibesertüchtigung“ in viele englische Universitäten und Privatschulen ein.

    Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts schafft der Mannschaftssport den Sprung auf den europäischen Kontinent. In Form der Toto-Wette kann in Deutschland erstmals 1948 ein Tipp auf Fußballspiele platziert werden.


    Sportwetten vor knapp 50 Jahren - die erste Form der Fußballwetten in Deutschland: Toto Wettschein aus dem Jahr 1966 (Quelle: Wikimedia)

    Sportwetten heute: Anbieter und Angebot

    Der Sport hat als Freizeit- und Unterhaltungsfaktor in der heutigen Gesellschaft einen hohen Stellenwert. Dementsprechend erfreut sich auch die Sportwette steigender Beliebtheit.

    Der Großteil der Wetten wird heute über das Internet abgegeben. Die Nachfrage hat eine Vielzahl an Wettanbietern hervorgebracht, die sich aufgrund des harten Wettbewerbs mit gutem Angebot um ihre Kunden bemühen. Neben diesem positiven Effekt der Konkurrenzsituation, sorgt die Anbieterdichte aber auch für Unübersichtlichkeit und Überforderung des Konsumenten.

    Prinzipiell kann der Wettkunde jedoch bei keinem der großen Anbieter falsch liegen. Das breite Wettprogramm hält für jeden Geschmack etwas bereit und die Abwicklung der Wettabgabe erfolgt da wie dort reibungslos.

    Wer sich dennoch für Details interessiert, dem sei ein gutes Informations- und Testportal für Sportwetten nahe gelegt, welches die einzelnen Wettanbieter analysiert und in ihren Stärken und Schwächen gegenüber stellt. So kann der interessierte Leser bei der Wahl seines persönlichen Lieblings-Wettanbieter unterstützt werden.

    Rechtsrahmen in Deutschland: Liberalisierung und Wettsteuer

    Letztes Jahr wurde in Deutschland die Deregulierung des Sportwetten-Marktes beschlossen und in die Wege geleitet. Der Prozess zur Vergabe der 20 landesweiten Lizenzen zur Veranstaltung von Sportwetten ist aktuell jedoch aufgrund der vielen Bewerber noch in vollem Gange.

    Mittlerweile kann nach wie vor das Angebot der vielen im Ausland oder in Schleswig-Holstein lizenzierten Wettanbieter genutzt werden. Diese sehen sich ebenfalls seit Mitte letzten Jahres mit einer neuen Situation konfrontiert: Die Novelle zum Wettsteuergesetz fordert erstmalig auch ausländische Unternehmen, eine Abgabe für alle aus Deutschland getätigten Wetten an den deutschen Fiskus zu liefern.

    Durch eine Lücke im Rennwett- und Lotteriegesetz, in welchem die Wettsteuer geregelt ist, waren Unternehmen, die nicht am Wirtschaftsstandort Deutschland operieren, bisher der deutschen Steuergesetzgebung entronnen. Nunmehr sind 5% aller Wetteinsätze deutscher Wettkunden an den Staat abzuliefern.

    Wie weiter oben dargestellt, ist das eine Summe, die in etwa dem Bruttospielertrag entspricht. Der Druck des neuen Kostenpunktes erfordert ein Umdenken bei den Wettanbietern. Viele Buchmacher verrechnen die Kosten für die Steuer mittlerweile an ihre Kunden weiter. Bei Ladbrokes, Betsson oder Expekt beispielsweise werden die Wettkunden noch von der Steuer abgeschirmt.

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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