SV Post Telekom Schwerin, 01. Januar 2009
Im Tor ist er die Ruhe in Person, außerhalb des Spiels neckt er schon mal gerne seine Mitspieler: Marcell Lippmann. Der Keeper in Diensten des SV Post Telekom Schwerin spielte seine erste Hinrunde als Torwart in der Kreisliga Schwerin.
Geschafft, Weihnachten ist vorbei – vor allem der Trubel vorher, die brechend vollen Geschäfte. "Ich hasse so was", sagt Schwerins Torwart Marcell Lippmann, der nach eigenen Angaben gerne durchs Schlossparkcenter der Landeshauptstadt "nur zum Gucken streift, aber nicht in der hektischen Zeit vor den Feiertagen".
Das Fest wurde aber dennoch schön, denn Ehefrau und Spielerbetreuerin Katja sowie Sohn Florian feierten zusammen mit dem in der Mannschaft sehr gerne Gesehenen.
"Ich mache keine große Party zu Silvester, Disco ist nichts für mich, ich brauche Ruhe. Vielleicht läuft ein bisschen im Fernseher", sagt Schwerins Tausendsassa im Tor, der oft großen Anteil daran hat, dass der SV Post in der Hinrunde nur eine Niederlage kassierte - er ist der Rückhalt der Mannschaft - sowohl sportlich als auch menschlich.
Und was ist mit der Knallerei in der Neujahrsnacht? "Das ist in der Familie auch populär, aber es ist nicht mein Ding, Raketen in den Himmel zu schießen. Mir reicht es, vom Fenster aus zuzusehen, die Böller und andere Dinge muss man nicht selbst schmeißen."
Ab 13. Januar 2009 heißt es wieder die Sporttasche packen. Das Training in Schwerin wartet. Wie sieht der 29-Jährige seine bisherige Leistung und die der Truppe? "Mit solch einer super Mannschaft ist es für einen Torwart viel leichter", übt sich Marcell so, wie man ihn kennt, in Bescheidenheit. Dazu passt auch, dass er lieber mal einen Fehler auf seine Kappe nimmt, für den eigentlich seine Vorderleute verantwortlich sind. Lippmann: "So bin ich nun mal. Für mich ist es vom Gefühl her mein Fehler."
Was seine sportliche Zukunft und die des SV Post betrifft, so lässt sich der Keeper nicht in die Karten schauen. Der Vertrag läuft zwar noch bis 2010, doch machen ihm manchmal die Knochen einen Strich durch die Rechnung. Im Vereinsumfeld unkt man schon, dass mit jedem weiteren tollen Spiel eine Verletzung verbunden ist. "Momentan spiele ich hier. Mein Ziel ist die Landesklasse – am liebsten mit Schwerin. Für die Stadt wäre es super, wenn es mehrere gute Clubs gibt", sagt Lippmann, um dann etwas nebulös nachzuschieben: "Im nächsten Jahr kann alles passieren. Aber das ist eine Frage an den Trainer und meinen Arzt…"
Und wie sieht er seinen SV Post, einen der Aufstiegsfavoriten? "Wir spielen keinen überragenden Fußball, aber jeder kämpft für den anderen, wir sind langsam ein eingespieltes Team. Das ist der Schlüssel, um in der Liga die Heimspiele zu gewinnen. Momentan herrscht eine gute Stimmung und ich wiederhole es gerne noch einmal: Ohne eine super kämpferische Einstellung geht im Fußball gar nichts!"
Marcell Lippmann – die Schweriner haben ihn längst eingemeindet. Auch wenn Jörg Reisenauer, Tobias Mohr oder Christoph Stark mehr auf der Straße angesprochen werden. Aber das stört den Keeper nicht, im Gegenteil.
Geschrieben von: Steppo84
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