FSV Budissa Bautzen, 30. August 2009
Bezirksduell in der Oberliga – doch so richtige Derbyatmosphäre wollte nicht aufkommen, zu deutlich waren die Kräfteverhältnisse. Mit 2:0 gelang Budissa Bauten unter Flutlicht gegen Borea Dresden der erste Heimsieg der Saison.
Beide Mannschaften hatten vor diesem Spiel Negativerlebnisse zu verarbeiten, Budissa die unnötigen Punktverluste gegen Jena und in Zwickau, Borea, noch ohne Punkt, die späte Niederlage gegen den Klassenprimus RB Leipzig. Der Gastgeber schien die richtigen Lehren gezogen zu haben, übernahm sofort das Kommando und tauchte durch Miltzow (4.) und Schenk (9.) vor Dersewskis Tor auf. Die Dresdner suchten zunächst ihr Heil in der stark betonten Defensive, zogen Genausch und Salewski ins Mittelfeld zurück und versuchten, lange ohne Gegentor über die Runden zu kommen. Die Partie wurde so für die Gastgeber zum Geduldspiel, wobei die immer dann stark waren, wenn sie schnell und direkt spielten. So auch in der 18. Minute, als Töppel nach schnellem Angriff über Fröhlich und Völker noch an Dersewski scheiterte. Fünf Minuten später landet ein weiter Schlag von Schenk bei Fröhlich, der Talke schlecht aussehen läßt. Den Rückpaß kann Miltzow überlegt zur Führung ins lange Eck ummünzen, sein erstes Tor nach dem Doppelpack gegen Aue II. vor fünf Monaten, ließ die Bautzener jubeln. Krause, der auf der rechten Seite ein gutes Spiel machte, brachte mit seinem Direktschuß nach Wochniks Flanke Dersewski nochmals in Schwierigkeiten (31.). Budissa geriet nur einmal – selbstverschuldet – in Gefahr und hatte Glück, daß Naumann, einziger Stürmer Boreas in der ersten Halbzeit, eine Unkonzentriertheit in der Hintermannschaft allein vor Torwart Katzwinkel überhastet vergab (33.). So bleibt es zur Halbzeit beim 1:0, weil Dresden einerseits viel zu passiv ist und Bautzen andererseits durch viele Ungenauigkeiten sich selbst die Gefährlichkeit nimmt.
Boreas Trainer Baron scheint in der Kabine deutliche Worte gefunden zu haben. Seine Mannschaft trug nach dem Wechsel deutlich mehr zum Spiel bei, ohne sich aber selbst Möglichkeiten zu erspielen. Ein 18-Meter-Schuß Krügers atmete aber schon einen Hauch von Gefahr (53.). Nach knapp einer Stunde zog der Gastgeber wieder an. In der 58. Minute überläuft Toppel auf links Krüger, die Flanke legt Völker per Kopf auf Miltzow ab, dessen Schuß aber über das Tor streicht. Vier Minuten später das Déjà vu, gleiche Akteure, gleicher Ausgang. Budissa drängt weiter auf die Entscheidung, Gleis kann noch in höchster Not vor Völker klären (63.), doch vier Minuten später ist es soweit. Völker setzt sich sehenswert gegen Talke und Kluttig durch, bei seiner Eingabe steht Töppel völlig frei vorm leeren Tor und hat keine Mühe, die Entscheidung herbeizuführen. Danach passiert nicht mehr viel, Dresden hat die Niederlage akzeptiert, die Oberlausitzer lassen (fast) nichts mehr anbrennen, hätte durch Sentivans abgefälschten Schuß (78.) die Führung ausbauen können. Andererseits ermöglichte eine erneute Unachtsamkeit bei einem schnell ausgeführtem Freistoß dem Dresdener Boros die Möglichkeit zum Anschlußtreffer, die er aber unkonzentriert vergab (89.).
Das Spiel war sicher nichts für Feinschmecker, zu offensichtlich waren von Anfang an die Rollen verteilt. Borea versuchte zunächst, mit einem 4-5-1-System die Bautzener Angriffsbemühungen zunichte zu machen, Budissa mühte sich beharrlich um die Führung. Als diese erricht war, machten die Hoßmang-Schützlinge nicht den Fehler der letzten Spiele, durch Nachlässigkeiten den Gegner ins Spiel kommen zu lassen. Sieht man einmal von den ersten 10 Minuten der zweiten Halbzeit ab, waren die Bautzener stets präsent, ihrem Gegner überlegen. Trotzdem müssen Unkonzentriertheiten, wie sie einmal pro Halbzeit den Gast zum Tor einluden, gerade bei den nächsten Spielen vermieden werden. RB Leipzig oder Germania Halberstadt werden da sicher humorloser zuschlagen.
Budissa Bautzen: Katzwinkel – Fröhlich, Petrick, Schenk, Wochnik – Krause (83. Marx), Bachmann (72. Wolf), Sentivan, Töppel (72. Krohmer) – Völker, Miltzow.
Borea Dresden: Dersewski – Krüger, Gleis, Talke, Reichl (46. Kluttig) – Deugoue (59. Boros), Dietze, Heineccius, – Genausch (79. Zimmermann), Naumann, Salewski.
Tore: 1:0 Miltzow (23.), 2:0 Töppel (67.).
Ecken: 6:1 (2:0)
Gelbe Karten: Völker – Talke, Genausch, Heineccius, Dietze, Salewski.
Rote Karte: Talke (82.)
Schiedsrichter: Lars Albert (Tannenbergsthal).
Zuschauer: 450.
(jk.)
Geschrieben von: ejensen
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