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  • TSG Neubukow, 09. Juni 2008

     
    Nollinger ist immer dabei

    Wir wollen die aktuelle Sommerpause dazu nutzen, um Euch nach und nach Menschen rund um den Fußball in der Region vorzustellen. Denn auch wenn die großen Medien sich gerne auf Ballack, Gomez und Co. beschränken, gibt es in Deutschland unzählige Spieler, Trainer, Betreuer, Fans usw., mit deren Hilfe das Spiel erst zum Leben erwacht. Den Anfang in unserer Serie macht Christian Noll (alias Nollinger), der sich unseren Fragen stellte und uns seine Verbindung zum Fußball, zur TSG Neubukow und dem FC Hansa Rostock erklärte.

    Wie ist Deine Leidenschaft für den Fußball entstanden und wer hat Dich eigentlich zum Fußball gebracht?

    Wo fang ich da an? Ich denke die Leidenschaft zum Fußball ist nicht entstanden, sie war schon immer da. Als Kind brauchte man ja nur einen Ball und paar Freunde, und schon war man glücklich. Leider waren wir damals zu jung, um im Verein zu spielen. Da haben wir unseren Sportlehrer so lange genervt, bis sich dieser in seiner Freizeit mit uns und dem Fußball auseinandersetzte. Ein riesiges Dankeschön an Herrn K. an dieser Stelle. Später im Jugendbereich war er dann sogar unser erster Trainer. Meine aktive Laufbahn musste ich aber mit zwölf Jahren abbrechen, weil eine andere Sportart zu trainingsintensiv wurde, und mein dortiger Trainer mir dies an Herz legte, da Fußball zu ausdauerlastig wurde.

    Für welchen Verein schlägt Dein Herz und warum – was verbindet Dich mit Deinem Verein, wie und wann wurdest Du Fan?

    Bei dieser Frage muss ich etwas weiter ausholen. Da gibt es zwei Mannschaften, für die mein Herz schlägt, der FC Hansa Rostock und die TSG Neubukow.

    Ins Ostseestadion nahm mich mein Vater das erste Mal im Alter von sechs Jahren mit. Fan war man ja schon vorher, aber dieses Erlebnis würde ich als Anfang des ‚Fanseins’ bezeichnen. Später fuhr man dann mit Freunden zu den Spielen, manchmal nur für eine Halbzeit mitten in der Woche, weil die Zugverbindungen es nicht anders zuließen. Wer den Fußball und das Drumherum zu DDR-Zeiten kennt, weiß, dass es immer ein kleines Abenteuer war.

    Zur TSG Neubukow kam ich nach einigen Umwegen durch meinen Bruder zurück. Fußball im Amateurbereich beschränkte sich bis dato nur auf das Besuchen von Spielen meines Bruders. Als dieser dann eine längere Zeit beim Mulsower SV 61, dem sogenannten Erzrivalen eines jeden Neubukowers, spielte, beging ich eine Jugendsünde, und wurde Fan dieser Mannschaft. ;-) Diesen Fauxpas habe ich aber aus meiner Personalakte löschen können. Mein Bruder wechselte 2005 zur TSG Neubukow. Ich kann mich noch an Sprüche wie „Na, Dich kriegen wir auch noch umgebogen“ erinnern. Damals lächelte ich nur amüsiert, aber es dauerte nicht mal bis zur Winterpause, da schlug mein Herz schon grün-weiß. Daran war die familiäre Stimmung im Verein nicht ganz unschuldig. 2006 war Neubukow auch Austragungsort des NOFB-Turniers, was mich auch veranlasste, mich mal auf der Internetseite des Namensgebers umzusehen, und dann kurze Zeit später auch anzumelden. Im selben Jahr entstand auch die Idee, regelmäßig Fotos von den Fußballspielen zu machen. Die Fotografie ist mittlerweile zu einem Hobby geworden. Dieses Jahr wurde ich Vereinsmitglied und ich wurde mit der Aufgabe betraut, mich um die Vereinhomepage (tsg-neubukow.de) zu kümmern, die sich zur Zeit noch in einer Umbauphase befindet. Aber zum Start der neuen Saison sollte sie fertig sein.

    Abschließend kann ich zu dieser Frage nur sagen: Wenn ich die Wahl hätte zwischen beiden Vereinen, würde ich ein Punktspiel unserer TSG Neubukow einem Hansa-Spiel vorziehen.

    Welche Erinnerung hast Du noch von den ersten Spielen, was war das für Dich damals für ein Erlebnis?

    Ostseestadion 1981, ich weiß nicht mehr, gegen wen Hansa damals spielte, aber wir haben gewonnen! Erinnern kann ich mich an Gänsehaut, tolle Atmosphäre und vor allem an die vielen Leute.

    Wie zufrieden bist Du mit der aktuellen Leistung Deines Vereins, was lief in dieser Saison gut, was hätte besser klappen können?

    FC Hansa Rostock und TSG Neubukow, da gibt es tatsächlich Parallelen. Aufstieg 2007 und Abstieg 2008. Was bei Hansa los war, konnte jeder in den Medien verfolgen, also möchte ich etwas zur TSG Neubukow sagen:

    Nach etwa 30 Jahren schaffte man letzte Saison den Aufstieg in die Bezirksliga Nord. Man ließ eigentlich verdiente Punkte auf der Strecke, interne Probleme, auf die ich hier aber nicht genauer eingehen möchte, taten ihr Übriges. Zum Ende der Saison sah man aber schon positive Veränderungen und die am 7. Juni 2008 vollzogene außerordentlich Mitgliederversammlung sollte auch für eine bessere Arbeit im Verein sorgen.

    Im Großen und Ganzen ziehe ich aus der Saison der ersten Herren meine persönlichen positiven Schlüsse, man bekam mal wieder andere Sportanlagen zu sehen, und lernte hier und dort auch ‚interessante’ Leute kennen.

    Unsere zweite Herrenmannschaft allerdings sorgt immer für Überraschungen. Das dritte Jahr in Folge wurde man in der Kreisliga Bad Doberan Vizemeister. 2006 und 2007 holte man den Kreispokal in die Schliemannstadt Neubukow. Diese Saison schied man überraschend im Kreispokal aus, gab aber anschließend im Bezirkspokal Gas. Unglaublich, jetzt stehen wir als Kreisligist dort im Finale gegen Motor Neptun Rostock! Am 14. Juni 2008 hoffen wir alle auf die Sensation.


    Nollinger bei einem Heimspiel der TSG Neubukow.

    Wie soll es in der nächsten Saison weitergehen, was erwartest Du von Deinem Verein und in welchen Bereichen sollte es besser laufen?

    Von Erwarten würde ich nicht sprechen, ich hoffe und wünsche mir, dass der neustrukturierte Verein gut zusammenarbeitet. Ich hoffe, dass mich die einzelnen Sektionen bei meiner Arbeit mit der Homepage unterstützen, indem sie mir regelmäßig Informationen zukommen lassen.

    Übernächste Saison erfolgt die Spielklassenreform, also sollte das Ziel der ersten Herren sein, unter die ersten Fünf zu kommen.

    Desweiteren wäre es toll, wenn unser Trainernotstand im Jugendbereich beseitigt werden könnte. Aber nach der Mitgliederversammlung hat man da schon positive Vorschläge vernommen.

    Was waren die schönsten und welches die schlimmsten Erlebnisse mit Deinem Verein und anderen Fans?

    Die schönsten Erlebnisse mit Hansa sind auf jedem Fall die Auswärtsspiele, egal ob Sieg oder Niederlage. Hansa hat die geilsten Fans der Welt, ganz sicher! ;-) Und so ein Aufstieg hat auch was, da bekomme ich jetzt noch Gänsehaut. Und die Zitterpartie in Bochum damals ist auch unvergesslich. Nicht zu vergessen die ganzen Leute, die man durch Hansa kennengelernt hat.

    Na ja, und die schlimmsten Momente – zum Beispiel diese Saison gegen Energie Cottbus. Wenn ich als Fan das Gefühl habe, dass die Mannschaft nicht kämpft! Man kann verlieren, nur muss man sich danach auch noch im Spiegel betrachten können.

    Die schönsten Momente mit Neubukow sind ganz klar der Aufstieg letztes Jahr, und die Pokalerfolge der drei letzten Jahre. Der Derby-Sieg gegen den Mulsower SV 61, die Feiern, Ausflüge und die ganzen kleinen Geschichten drum herum.

    Schlimme Momente sind die, wenn junge Leute durch Verletzungen ihre Fußballlaufbahn beenden müssen.

    Was macht Dich zu einem echten Fußball-Fan, wie siehst Du andere Fans?

    Gibt es denn falsche Fußball-Fans? Ich denke nicht. Der Unterschied ist dann nur die Intensität. Jeder leidet und freut sich auf seine Art und Weise. Selbst wenn man nicht weiß, wie Klose mit Vornamen heißt, das Abseits nicht erklären kann – ist Er/Sie doch trotzdem Fan.

    Andere Fans? Hut ab vor Jedem, der seine Mannschaft auswärts begleitet. Bisschen Pöbeln während des Spiels (gehört doch dazu, der Schieri kann ja nicht alles abbekommen), und ein Bier zusammen im Idealfall nach dem Spiel.

    In den letzten Jahren kam im Fußball immer wieder das Thema ‚Gewalt und Rassismus’ auf. Wie sind Deine Erfahrungen zum Thema und wie siehst Du die Probleme zwischen Fans und Ordnungskräften?

    Im unterklassigen Bereich stellt dies bei uns nicht wirklich ein Problem dar. Bei Hansa ist dies leider was ganz anderes. Idioten gibt es in der Masse immer, leider muss dann der Verein dann den Kopf hinhalten. Bei der Vergabe von Stadienverboten fackelt der Verein allerdings auch nicht lange. Zu dem Thema könnte man ein Buch schreiben.

    Ein weiteres aktuelles Thema ist die kommerzielle Entwicklung des Sports, wie stehst Du dazu?

    Stichwort DKB-Arena. Pro und Contra hin und her, irgendwo muss das Geld ja herkommen, aber Tradition kann man nicht kaufen, bzw. verkaufen. Ich halte den Trend für sehr bedenklich, aber für kleine Vereine wird dies ein notwendiges Übel sein.

    Bist Du von anderen Fangruppen beeindruckt – wenn ja, von welchen und warum?

    Jede Fangruppe, die was Besonderes auf die Beine stellt, verdient meinen Respekt, egal zu welchem Verein sie gehört. Dass ein Stadionbesuch unvergessen bleibt, ist oft auch den Fans zu verdanken.

    Melde Dich noch heute auf unserer Seite an und diskutiere mit!!

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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