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  • Freizeit, 28. Oktober 2020

     
    Online Glücksspiel in Deutschland: Alles neu macht 2021

    Von:  Stephan R.T.

    In den meisten Bundesländern ist das Online Glücksspiel laut Staatsvertrag eigentlich verboten. Anderweitiges Glücksspiel ist derweil laut dem Glücksspielstaatsvertrag ebenfalls relativ streng reguliert. Einzig das Bundesland Schleswig-Holstein geht hier seit 2011 einen eigenen Weg. So sei ein Verbot von Online Casinos mehr oder weniger sinnlos, so das Argument der damaligen Landesregierung. Immerhin kenne das Internet keine Grenzen. Besser sei es, auch das Spielen in Online Casinos zu regulieren, um zumindest sichere Rahmenbedingungen für Spieler aus Deutschland zu schaffen. Im Kern dürfte die Regierung von Schleswig-Holstein mit ihrer Argumentation recht behalten haben.

    Alle aktuellen legalen Casinoangebote mit Lizenz aus Schleswig-Holstein

    Was der oben beschriebene Umstand für Blüten trägt, lässt sich derweil gut in der Werbelandschaft und hier vor allem im TV, Radio & Co. beobachten. Hier wird praktisch täglich fleißig für die Angebote geworben, mit Freispielen und einem Bonus ohne Einzahlung Casino. Zwar boomt der Markt der Werbung für Online Casinos. Vor allem auf Sportkanälen und somit bei diversen Sportveranstaltungen. Grundsätzlich ist in den Werbespots der Online Casinos aus Deutschland aber immer die Rede davon, dass sich die Angebote ausschließlich nur an Kunden aus Schleswig-Holstein richten. Mit Blick auf die Einwohnerzahl von Schleswig-Holstein bleibt da allerdings schon die Frage, wie sich das lohnen soll. Immerhin zählt das nördlichste Bundesland mit gerade mal knapp 2,9 Millionen Einwohnern zu den kleineren Bundesländern.

    Ganz doof sind die Online Casinos, die für viel Geld Werbung schalten, aber natürlich nicht. So leiten sie potenzielle Kunden aus anderen Bundesländern kurzerhand auf ihre Angebote im Ausland um. Auch dies ist vielen Bundesländern schon seit vielen Jahren verständlicherweise ein Dorn im Auge, da sich die Anbieter hier durchaus in einer rechtlichen Grauzone bewegen. Konsequenzen blieben hier aber jahrelang dennoch aus. Zumal die meisten der betroffenen Online Casinos weiterhin mit EU-Lizenzen operieren. Vor allem Malta und die Lizenzen der Glücksspielbehörde des Inselstaates, die Malta Gaming Authority, sind hier beliebt. Weiterhin vergeben auch Gibraltar und die niederländische Karibikinsel Curaçao entsprechende Glücksspiellizenzen.

    Ab Mitte 2021 werden die Glücksspielkarten neu gemischt

    Nun läuft der aktuell gültige Glücksspielstaatsvertrag jedoch aus und an seiner Stelle tritt ein unter den Bundesländern neu verhandelter Vertrag. Auf wichtige Eckpunkte des Vertrags haben sich die Länder bereits Anfang 2020 geeinigt und er soll demnach bereits ab Juli 2021 in Kraft treten. Zuvor müssen die Länder ihn jedoch noch endgültig ratifizieren, was jedoch als relativ sicher gilt. Ab dann sind jedenfalls viele Punkte des Glücksspiels und vor allem des Glücksspiels im Internet inklusive der nicht minder beliebten Sportwetten gänzlich neu geregelt. Kurzum: Online Casinos können ab diesem Zeitpunkt legal eine von Deutschland ausgestellte Glücksspiellizenz beantragen und können somit mit ihren Angeboten auch ganz offiziell in Deutschland operieren.

    Wichtigste Eckpunkte des gut 70 Seiten umfassenden Glücksspielstaatsvertrag richten ihren Blick dabei auf die Sicherheit der Spieler. Daher begrüßen selbst viele Suchtberater beziehungsweise Experten auf diesem Gebiet diesen Schritt. Der Argumentation nach sei es demnach besser, die Organisation des Glücksspiels und Onlineglücksspiels im eigenen Land selbst in die Hand zu nehmen. Immerhin kenne das Internet keine Grenzen. Dies ermögliche es dem Gesetzgeber dann schließlich auch, das Spielen in Online Casinos selbst zu regulieren und dabei vor allem der Suchtprävention und dem Verbraucherschutz mehr Spielraum einzuräumen. Zwar regeln auch viele andere EU-Lizenzen das Glücksspiel bereits relativ streng. Vor allem die Lizenzen aus Malta und Gibraltar gelten hier durchaus, was den Spielerschutz angeht, als Vorbild. Spielraum für teils deutliche Verbesserungen gebe es den Suchtexperten und Verbraucherschützern zufolge aber dennoch.

    Einzahlungslimits und eigene Glücksspielbehörde

    Wie das "Mehr an Sicherheit" im Kern aussehen könnte, darauf haben sich die Bundesländer schon weitgehend geeinigt. So sollen unter anderem folgende Punkte im Vertrag für mehr Sicherheit und Verbraucherschutz sorgen:

    Einzahlungslimits: Ein wichtiger Punkt soll ein monatliches Einzahlungslimit darstellen. Demnach müssen die Anbieter ihren Spielern ein spezielles Spielkonto einrichten. Auf diesem dürfen sie monatlich maximal 1.000 Euro einzahlen. Danach ist Schluss. Auf diese Weise möchten die Länder dafür Sorge tragen, dass deutsche Staatsbürger in den entsprechenden Online Casinos nicht ihre gesamten Ersparnisse von ihren Konten auf die Konten der Online Casinos übertragen. Gewinne, welche die Spieler mit ihren Einsätzen generieren, sollen den Plänen nach aber nicht mit angerechnet werden.

    Zentrale Sperrdatei: Um alle Regeln auch möglichst effektiv umsetzen zu können, wünschen sich die Länder eine sogenannte zentrale Sperrdatei. Diese soll es ermöglichen, etwa selbst auferlegte oder von Casinos verhängte Sperren für Spieler auch umsetzen zu können. Erkennt ein Spieler beispielsweise, dass er ein Spielsuchtproblem hat, kann er einen entsprechenden Vermerk in der Sperrdatei eintragen lassen. Ab dann müssen Casinos dem betreffenden Spieler den Zugriff auf ihre Angebote verwehren. Ebenso können und sollen die Casinos selbst bei Auffälligkeiten oder Problemen mit Kunden die Möglichkeiten erhalten, diese zentral sperren zu lassen.

    Um diese und die vielen weitere geplanten Regeln des 70-seitigen Vertragswerks umsetzen zu können, braucht es natürlich ein entsprechendes Überwachungsorgan. Dementsprechend gründen die Bundesländer eine zentrale Glücksspielbehörde, welche ihren Sitz in Sachsen-Anhalt haben soll. Hier sollen sich dann über 100 neu angestellte Mitarbeiter um die Umsetzung der neuen Regeln kümmern.

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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