SV Post Telekom Schwerin, 29. März 2009
An diesem Wochenende stand für den SV Post Schwerin am 21. Spieltag das erst 16. Saisonspiel auf dem Programm. Mit einem Blick auf die Tabellensituation, die anstehenden Gegner und die gesteckten Ziele zählen zu diesem Zeitpunkt der Saison nur noch Siege, um den Konkurrenzvereinen der Liga weiterhin Paroli bieten zu können. Somit war die Marschrichtung gegen den HSV aus Hasenwinkel von vornherein klar.
Um jedoch auch beim Tabellenelften der Liga bestehen zu können, mussten Trainer Frank Deichmann und sein Team zwei schwerwiegende Ausfälle kompensieren. Neben Routinier Jörg Reisenauer, welcher unter der Woche die Freigabe für das Spiel aus privaten Gründen beantragte, fehlte auch Kapitän und Mittelfeldmotor Tobias Mohr aus beruflichen Gründen.
Zurück ins Team rutschten dafür der in der Vorwoche gesperrte Libero Thomas Jonuscheit sowie Axel Sauer, welcher den Ausfall von Mohr egalisieren sollte.
Das Spiel begann jedoch von beiden Seiten eher unterdurchschnittlich. Die Gäste aus der Landeshauptstadt wurden zwar immer wieder durch den überragend aufspielenden René Westphal in die Offensive getrieben, jedoch reichten es bei seinen Solos und Schüssen aus der Distanz noch nicht zur Führung. Die restliche Mannschaft des SVP fand in der Anfangsviertelstunde auf dem schwer bespielbaren Platz in Ventschow nicht statt. Das Mittelfeld fiel mehr durch Fehlpässe und schlechtes Zweikampfverhalten auf, was die gut positionierte Abwehr um Schmidt, Pommerening und Jonuscheit immer wieder exzellent ausbügelte. So konnte auch der Sturm noch nicht zeigen, warum er der gefährlichste der Liga ist. Ein weiterer Dauerrotierer neben Westphal war einmal mehr Thomas Waack, welcher als einziger Spieler des SV Post bislang alle Saisonspiel komplett absolvierte. Auch gegen den HSV machte seine Flanke in den Strafraum wieder den Unterschied. Traumhaft für jeden Stürmer hereingebracht, erläuft sich André Matthe den Ball vor dem Schlussmann der Hasenwinkler und muss in der Folge nur ins leere Tor zur Führung der Schweriner einschieben (15.) – es war bereits die zehnte Torvorlage von Waack.
Doch der Knoten wollte einfach nicht platzen – so taten sich die Gäste immer noch sehr schwer, Offensivaktionen zu setzen. Die meisten Angriffe verstummten durch verlorene 1:1-Situationen und endeten im soliden Bollwerk der SV Post. Einmal mehr hatte Marcell Lippmann im Tor der Schweriner einen ruhigen Nachmittag. Der Mann zwischen den gelb-blauen Pfosten musste nur einmal im ersten Durchgang eingreifen, als wieder so ein Vorstoß um Christoph Stark leichtfertig hergegeben wurde und plötzlich ein Spieler des HSV alleine vor Lippmann auftauchte. Dieser machte sich jedoch sehr groß und bereinigte die Situation gekonnt (29.).
Viel mehr passierte nicht im ersten Durchgang. Zwar waren die Gäste aus der Landeshauptstadt das optisch überlegenere Team, schafften es jedoch nicht, z.B. ihre Stürmer in Szene zu setzen. Matthe versuchte sich zumeist die Bälle aus dem Mittelfeld zu holen, Steffen Klatt hingegen war zumeist einen Schritt zu spät.
Im zweiten Durchgang reagierte Frank Deichmann und nahm den schwachen Christoph Stark raus und brachte Wirbelwind Matti Waasener. Der HSV versuchte nun, mehr am Spiel teilzunehmen, doch endeten die Angriffe immer wieder beim sehr gut aufspielenden Jonuscheit oder in der gut spielenden Abseitsfalle der Schweriner, was zu ersten Verzweiflungen der Gastgeber führte.
Nachdem der schwache Schiedsrichter schon in der ersten Halbzeit in einigen Situation wenig Fingerspitzengefühl bewies (z.B. Notbremse von M. B. Schmidt gepfiffen, aber keine rote Karte; klarer Handelfmeter für SVP verweigert), entschied er in der 57. Spielminute auf Freistoß für die Gäste aus Schwerin. Da Mohr fehlte, nahm sich der bis dato schwache Wilck der Aufgabe an und setzte mit einem herrlichen Treffer die Vorentscheidung. Ein optimal getretener Freistoß in die kurze Ecke, welcher nicht hätte besser ausgeführt werden können, machte als hier und heute einen weiteren Unterschied.
In der Folge der Partie mussten die Gastgeber weiter aufrücken, um sich die minimale Chance auf einen Punktgewinn zu wahren. Dies ermöglichte dem SV Post enorm viel Spielraum für Konterchancen, welche es nun auch zuhauf gab. Denn der HSV brachte es nicht fertig, seine Angriffe auch nur in Ansätzen gefährlich vorzutragen. Selbst die manchmal einladenden Fehler des SVP konnten nicht genutzt werden.
So spielte die Landeshauptstädter nun erfrischenden Offensivfußball und das Mittelfeld um Waasener, Westphal, Wilck und Sauer setzte nun einen Akzent nach dem anderen.
Zählbares gab es dann eine Viertelstunde vor Schluss: Ein erstklassiger Lupfer von Sauer auf Klatt, welcher bislang völlig untergetaucht war, konnte der Stürmer mit links am Torwart zum 25. Saisontor vorbeibringen. Die Entscheidung war gefallen, der HSV niedergerungen (74.).
Dann gab Robert Lange sein Debüt im Dress der Gelb-Blauen. Der bullige Offensivspieler arbeitete sich gleich in der Partie und hatte gar kurz vor Schluss die Möglichkeit auf das 4:0, als er aus knapp zehn Metern aus halbrechter Position abzog und der Ball nur knapp am Tor vorbeizischte.
Am Ende gewinnt der SV Post Schwerin verdient zum vierten Mal in Folge und ist nun seit 200 Minuten ohne Gegentor. Die Schweriner spielen weiterhin eine der ersten Geigen im Aufstiegskonzert und können nun ganz entspannt auf die Sonntagspartien schauen, ehe es in der kommenden Woche im Heimspiel gegen den MSV Lübstorf II geht.
Der SV Post Schwerin spielte mit: M. Lippmann – M. B. Schmidt, T. Jonuscheit, M. Pommerening – C. Stark (46. M. Waasener) – T. Waack, M. Wilck, A. Sauer, R. Westphal – S. Klatt (75. R. Lange), A. Matthe
Gelbe Karten: M. B. Schmidt, R. Westphal
Tore: 0:1 André Matthe (15.), 0:2 Michael Wilck (57.), 0:3 Steffen Klatt (74.)
Geschrieben von: Steppo84
LICHTENBERG 47 - DIE NEUE SAISON
Landesklasse Ost - Saison 2011...
Copyright 2007 Die Fans Media GmbH