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  • NOFV, 30. Oktober 2020

     
    Spielbetrieb fährt wieder runter – Fußball wird immer mehr zum Glücksspiel

    Von:  Stephan R.T.

    Fast schon erwartungsgemäß wird nach diesem Wochenende der Spielbetrieb im Land wieder heruntergefahren. Die gestiegenen Fallzahlen der Corona-Pandemie sowie die letzten politischen Entscheidungen zu diesem Thema lassen den Verantwortlichen keine andere Wahl.

    Dies betrifft jedoch nur den Amateurbereich unterhalb der dritten Liga. In den ersten drei Ligen wird höchstwahrscheinlich bis zum Jahresende gespielt werden können, wenn auch ohne Zuschauer. Entsprechend haben bereits die Vereine der Topligen reagiert und den Kartenverkauf eingestellt bzw. mit der Rückabwicklung der verkauften Tickets begonnen. Doch es wird wenigstens gespielt werden können, so wie es auch die Mitspieler bei Sunnyplayer jederzeit tun können. Am heutigen Freitagabend zum Beispiel empfängt der FC Schalke 04 den VfB Stuttgart. Und in der zweiten Liga kommt es zum Derby zwischen dem Tabellenführer Hamburger SV und dem FC St. Pauli.

    Ganz anders die Lage im Amateurbereich, was bei vielen Vereinen für große Probleme sorgen dürfte. Denn dort gibt es keine festen Geldquellen, die Klubs in den unteren Ligen sind deutlich stärker auf die Einnahmen bei den Heimspielen angewiesen. Daher rechnen auch viele Verantwortliche damit, dass es zu einer Reihe von Insolvenzen kommen könnte.

    In der Regionalliga wird die Ungleichbehandlung angeprangert

    Die Folgen im Fußball sind jedoch nicht für alle Klubs gleich. So prangert Volkhardt Kramer, Manager beim Regionalligisten VfB Auerbach an, dass die Lasten durch die zum 2. November beschlossene Einstellung des Spielbetriebs sehr unterschiedlich verteilt sind. In der Regionalliga gibt es nämlich Profi- wie auch Amateurklubs. Und während Gehälter für die Profispieler für die Dauer der Unterbrechung vom Arbeitsamt übernommen werden, müssen die Amateurvereine selbst für die Kosten durch Spielerverträge aufkommen.

    „Diese Liga ist eine Zwitterliga. Das ist das Problem. Sie gilt als höchste Amateurliga. Einige Vereine trainieren aber unter Vollprofi-Bedingungen. Unsere Spieler bekommen als Vertragsspieler kleine Gehälter, die müssen weiter gezahlt werden. Andere Vereine wie Chemnitz können ihre Spieler auf das Arbeitsamt schicken, dort bekommen sie Kurzarbeitergeld“, erklärte hierzu Kramer gegenüber dem MDR.

    Ein weiteres Problem sieht der Manager darin, dass die Amateurspieler zumeist einen festen Arbeitgeber haben und nicht so einfach auf einen veränderten Spielplan reagieren können. So wird eine weitere Komprimierung des Spielplans auch zu mehr englischen Wochen führen, für die die Spieler extra Urlaub einreichen müssten. „Unsere Spieler haben bereits im Frühjahr zwölf Urlaubstage nehmen müssen. Wenn jetzt noch mehr Mittwochsspiele dazukommen, geht vielleicht der ganze Urlaub drauf“, so Kramer weiter.

    Doch Kramer macht sich auch schon Gedanken zur Zukunft und einem möglich Neustart im Dezember. Dabei ist klar, dass dem VfB Auerbach bei jeder Heimpartie ohne Zuschauer zwischen 5.000 und 6.000 Euro fehlen werden. Somit wird es dem Verein darum gehen, seine Partner möglichst stark zu präsentieren, um vielleicht auf diesem Weg weiteres Geld zu generieren.

    Mannschaft von Tennis Borussia in Quarantäne

    Warum es jedoch nicht so einfach weitergehen kann, dürfte jedem klar sein. Die Pandemie breitet sich im Land aus und zu dessen Eindämmung müssen die Kontakte reduziert werden. Auch sind nicht nur einzelne Spieler, sondern teilweise ganze Mannschaften von Quarantäne-Maßnahmen betroffen. So wie im Fall der Regionalliga-Mannschaft von Tennis Borussia. Wegen eines positiven Corona-Falls müssen alle Spieler aus dem Kader als Kontaktpersonen bis zum 6. November in häusliche Quarantäne. Ähnlich sieht es beim Tabellenführer FC Viktoria Berlin aus. An einen regulären Spiel- und Trainingsbetrieb wäre in solch einer Situation eh nicht zu denken.

    Einige Regionen lassen den Ball ab sofort ruhen

    Während in vielen Ligen an diesem Wochenende noch ein letztes Mal der Ball rollen wird, ist in Sachsen-Anhalt bereits zum jetzigen Zeitpunkt Schluss. Am Donnerstagabend war das Präsidium des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt (FSA) zusammen gekommen und hatte entsprechend entschieden. Nach dieser Entscheidung wird es in Sachsen-Anhalt ab diesem Wochenende bis mindestens Ende November unterhalb der Oberliga Nordost kein Spielbetrieb im Land geben.

    „Der Vorstand des FSA appelliert an jeden Einzelnen, die Situation ernst zu nehmen. Es geht um unsere Gesundheit und um die unserer Familien. Der Fußball spielt dahingehend nur eine untergeordnete Rolle“, ist hierzu in einer Pressemitteilung des Verbandes zu lesen.

    Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt, dass in Bayern die Winterpause vorgezogen werden soll

    Natürlich treffen all diese Entscheidungen nicht nur den Nordosten. In Bayern soll zum Beispiel am Montag darüber entschieden werden, ob die Winterpause vorgezogen und bereits ab der kommenden Woche beginnen soll.

    „Wir respektieren die ab 2. November 2020 geltenden Maßnahmen, wenngleich diese harte Einschnitte zur Folge haben. Wenn der Amateurfußball aber seinen Beitrag dazu leisten kann, das große gemeinsame Ziel zu erreichen, den Kampf gegen das Virus zu gewinnen, dann wird er das auch fraglos tun – ohne Wenn und Aber!“, erklärte hierzu BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher.

    Da nicht damit zu rechnen ist, dass sich während der Wintermonate die Lage in Deutschland bessert, wird wohl damit zu rechnen sein, dass weitere Verbände nachziehen werden. Insgesamt wird es wohl im ganzen Land dazu kommen, dass zumindest im Amateurfußball nach diesem Wochenende keine Spiele mehr in diesem Jahr stattfinden werden.

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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