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  • VfL Osnabrück, 01. Juni 2018

     
    Starkes Commitment – Dauerkartenverkauf auch für die Westkurve

    Am 4. Juni startet der Dauerkartenverkauf für die wohl spannendste Saison des VfL Osnabrück in der dritten Liga. Nach einem ergebnisoffenen Austausch zwischen der Vereinsführung und unterschiedlichsten Fangruppen ist klar: Auch für die Westkurve der Bremer Brücke werden Dauerkarten angeboten. Verein und Fans haben sich auf eine gemeinsame Initiative für die Öffnung der Westkurve 2018/19 verständigt.

    Im Rahmen der Jahreshauptversammlung hatte die Vereinsführung einschneidende Maßnahmen auf dem Kurs zur wirtschaftlichen Gesundung des VfL angekündigt. Neben der Einsparung von Personalkosten und einer neuen Struktur im Klubmanagement, geht es auch um ein weiteres Konsolidierungspaket beim Stadion- und Spielbetrieb an der Bremer Brücke. Bereits vor dem VfL-Fantalk am 15. Mai hatte die Vereinsführung die Dauerkarteninhaber in der Westkurve und die dort beheimateten Fanclubs informiert, dass für die neue Saison 2018/19 keine Dauerkarten verkauft werden sollen, um die seit der Saison 2013/14 wirtschaftlich nicht rentabel betriebene Westtribüne bei weniger attraktiven Ligaspielen schließen zu können. „Rentabel wäre die West nur gewesen, wenn wir sie bei absoluten Top-Spielen für Fans mit Einzel-Tickets geöffnet hätten“, erläutert Jürgen Wehlend die Hintergründe. Im Vergleich zur Saison 2012/13 (58%) ist die Auslastung der Westkurve bei weniger attraktiven Spielen sogar unter 25% gesunken, was bedeutet, dass bei der Gesamtkapazität von 2.700 Zuschauern weniger als 700 Tickets für die Westkurve verkauft wurden. „Dabei ist die Differenz zwischen den in der Westkurve anwesenden Zuschauern und den verkauften Tickets noch nicht mal enthalten“, erklärt VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend. „Es darf keine Tabus bei der Rentabilität des Stadionbetriebes geben. Das war die Ausgangsbasis unserer Überlegung und Entscheidung, in der neuen Saison keine Dauerkarten für die Westkurve anzubieten.“ Diese Entscheidung wurde beim VfL-Fantalk am 15. Mai zunächst ausgesetzt und ein ‚Runder Tisch‘ zur Westkurve vereinbart.

    Am 30. Mai trafen sich 20 Teilnehmer am ‚Runden Tisch‘ an der Bremer Brücke und diskutierten in einer konstruktiven und lösungsorientierten Atmosphäre über Hintergründe und Möglichkeiten, die Westkurve auch in der kommenden Saison komplett öffnen zu können. Dabei waren neben direkt betroffenen VfL-Fans aus der Westkurve, die sich unter anderem mit einem offenen Brief an die Vereinsführung gewandt haben, auch der Fanclub ‚Westside‘, der Fanclubverband des VfL, das kommunale Fanprojekt, die ehrenamtliche VfL-Fanabteilung und ein Vertreter der Ultras ‚Violet Crew‘ sowie die Verantwortlichen des VfL Osnabrück vertreten. Im Ergebnis steht fest: Auch in der kommenden Saison werden Dauerkarten für die Westkurve angeboten.

    Verbunden mit dieser Entscheidung haben sich die unterschiedlichen Fanvertreter und Fangruppen gemeinsam mit der Vereinsführung darauf verständigt, zusammen dafür zu sorgen, dass die Westkurve ein fester Bestandteil unseres ‚Wohnzimmers Bremer Brücke‘ bleibt. Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative sollen Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt werden, um einerseits die Stadionkosten im Bereich West zu reduzieren und auf der anderen Seite Einnahmen und Zuschauerzahlen zu steigern. Präsident Manfred Hülsmann hat am Runden Tisch das klare Ziel formuliert, die Zuschauerzahlen der Saison 2012/13 mit einer Auslastung von über 50 Prozent erreichen zu wollen. Dafür werden Fans und VfL gemeinsam Aktivitäten ins Leben rufen: Die Zahl der aktuell 300 Dauerkarten soll in der attraktiveren, neuen Saison möglichst verdoppelt werden. Durch den neuen Vorverkaufsmodus ab Juni gibt es wieder Dauerkarten inklusive fünf Freispielen, was den Kauf einer Jahreskarte attraktiver macht. Fans und VfL haben darüber hinaus verschiedenste Lösungen diskutiert, ohne dass es dabei ein Tabu gab – von beiden Seiten. So haben Fans u.a. vorgeschlagen, den Ticketpreis der West zu erhöhen, um kostendeckend zu arbeiten. Dies sei immer noch besser als die West bei weniger gut besuchten Spielen oder komplett schließen zu müssen. Auch im Gespräch war eine Art ‚Soli-Zuschlag West‘, der dann auf alle Ticketpreise im Stadion erhoben wird, um die West-Öffnung gemeinsam mit allen VfL-Fans zu unterstützen. Ehrenamtliche Unterstützung am Spieltag sowie bei Betrieb und Wartung der Tribüne wurden ebenso diskutiert wie eine ‚West-Kurven-Party‘ zugunsten der Gemeinschaft an der Bremer Brücke. Auch der Vorschlag aus dem offenen Brief der Fans, Kassen, Catering- und Sanitäreinrichtungen der West an einzelnen Spieltagen zu schließen und Zuschauer über die Südtribüne ins Stadion kommen zu lassen, wurde als Option aufgegriffen. Die vielfältigen Überlegungen sollen in den kommenden Wochen im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitskreises weiter ausgearbeitet werden.

    „Das Wir-Gefühl dieser Runde hat sich schon nach kurzer Zeit eingestellt. Das hat uns alle beeindruckt. Fans und Verantwortliche haben fair, konstruktiv und lösungsorientiert um ein gemeinsames Ziel gerungen: Die Westkurve als festen Bestandteil der Bremer Brücke, die einzigartig im deutschen Fußball ist, am Leben zu halten“, fasst VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend das vorläufige Ergebnis des Runden Tisches zusammen. „Das kann auch ein Aufbruchssignal für das zwingend erforderliche Miteinander sein. Dieser Verein lebt von den Emotionen und der Leidenschaft seiner Fans, egal auf welcher Tribüne beheimatet. Es ist das Gemeinschaftsgefühl, das uns stark macht. Dass wir für die Westkurve nun doch in den Dauerkartenverkauf gehen, ist ein klares Bekenntnis dazu. Ein Commitment aller Fans für das formulierte Ziel und eine Verpflichtung zugleich.“

    René Kemna

    Zur Tabelle der dritten Liga

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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