Kröpeliner SV 47, 27. September 2010
Halbzeit in Hohen Sprenz. Der Kröpeliner SV führt durch ein Tor von Philipp Schimnick seit der 20. Minute mit 1:0 und hat alle Trümpfe selbst in der Hand. Das nach umkämpften 93 Minuten null Punkte auf der Habenseite stehen, hätte zu diesem Zeitpunkt wohl keiner der Kröpeliner gedacht. Aber der Reihe nach.
Der KSV reiste nach zuletzt drei ‚Zu-Null-Siegen‘ mit großem Selbstvertrauen, aber auch mit Personalsorgen nach Hohen Sprenz. Neben Uchytil (Arbeit) fiel auch noch Höniger (Krank) aus. Hausburg, Hermann, Kords und Blödorn gingen angeschlagen in die Partie, Wähnke kam nach vier Stunden Autobahnfahrt zwanzig Minuten vor dem Spiel an. Aber so ist es nun mal im Berufsleben und anderen Teams ergeht es genauso.
Man merkte den Gastgebern (vor dem Spiel noch ohne Saisonsieg) die Verunsicherung an und die Kröpeliner übernahmen sofort die Initiative und setzten die ‚Traktoren‘ unter Druck. Gefällige Spielzüge bescherten den Mühlenstädter immer wieder verheißungsvolle Einschussmöglichkeiten, welche aber von der Defensive der Sprenzer noch rechtzeitig geklärt werden konnten. Ein Pfostenknaller von Gehrmann nach einer Ecke aus spitzem Winkel war das erste richtige Ausrufezeichen des Tages. In der 20. Minute setze Philipp Schimnick noch einen drauf, zog aus zwanzig Metern ab und der Ball ‚flatterte‘ zum 0:1 ins lange Eck. Ein optimaler Start, zumal der KSV dran blieb. Hausburg scheitert knapp, eine Frehse-Flanke ist minimal zu hoch für Kords. Weitere Möglichkeiten ergaben sich nach Standards, brachten jedoch nichts ein. Sprenz versuchte in Halbzeit eins auf Konter zu spielen, überließ den Kröpelinern das Feld, insbesondere im Mittelfeld. Von gefährlichen Angriffen der Gastgeber konnte keine Rede sein, einzig bei Standards wurde es gefährlich. Allerdings verlebte der KSV-Keeper Rune Krieg bisher einen entspannten Samstagnachmittag. Es ging mit 1:0 in die Kabine und der KSV spielte eine gute erste Hälfte. Einzig das zweite Tor wurde versäumt.
Was dann allerdings ab der 46. Minute passierte, ist für Coach Hausburg immer noch unerklärlich. Ab der 46. Minute kämpfte nur noch der Gastgeber. Alles was die Mühlenstädter in Halbzeit eins richtig machten, wurde nun falsch gemacht. Zweikämpfe wurden verloren, ein ruhiges Aufbauspiel gab es nicht mehr. Gewonnene Bälle wurden planlos weggebolzt bzw. anderweitig wieder abgeschenkt. So kam die Defensive mehr und mehr in Bedrängnis. Die Stürmer des KSV (Hausburg/Kords) hingen vollkommen in der Luft, wurden vom Mittelfeld überhaupt nicht mehr bedient. So schlichen sich die ‚Traktoren‘ mehr und mehr an das KSV-Gehäuse heran, aber das stand ja noch der ‚Hexer‘ im Tor. Ein ums andere Mal klärte der KSV-Keeper in Teufelsmanier, brachte Zuschauer und Gegner mit den Paraden und Reflexen ins Staunen. Nicht nur die eigentlichen Schüsse, auch die Nachschüsse wehrte der Keeper ab. Mit Abstand der einzige Spieler, welcher den nötigen Einsatz und die nötige Form in Halbzeit zwei zeigte. Die Zeit verstrich und lief eigentlich für den KSV, denn die Sprenzer ließen auf Grund Keeper Krieg sehr gute Möglichkeiten liegen. Die ‚Null‘ hielt also noch. Aber nur bis zur 73. Minute. Nach exakt 396 Minuten klingelte es wieder im Kasten von Krieg: Nach einem kapitalen Abwehrschnitzer kam es zum 1:1-Duell Torwart gegen Stürmer. Selbst dieses gewann der KSV-Keeper, war beim Nachschuss aber machtlos.
Auch der Ausgleich rüttelte die KSV-Mannen nicht wirklich wach. Ein Distanzschuss von Gehrmann, welcher knapp am Tor vorbeistrich, und ein grandios parierter Schuss von Schimnick waren die einzigen Möglichkeiten in Halbzeit zwei. Die Gastgeber wollten nun mehr, hatten ‚Blut geleckt‘. Sie kämpften um jeden Ball, motivierten sich ungemein und gaben keinen Zentimeter verloren. Die Sprenzer wollten den Sieg unbedingt, spielten in der Abwehr die letzten fünf Minuten ‚blank‘, jedoch auch das konnte der KSV nicht ausnutzen. So lief bereits die Nachspielzeit, als ein abgefälschter Schuss in der 92. Minute kullernd die Linie überquerte. Riesenjubel auf Sprenzer Seite, Riesenenttäuschung auf der anderen. Der KSV schaffte es zuvor nicht, den Ball aus der Gefahrenzone zu schlagen. Kurz darauf war dann Schluss. Trotz guter 45 Minuten standen die Kröpeliner ohne Punktgewinn dar. Nicht mal den einen, greifbaren konnte man mitnehmen.
Man ‚unterschätze‘ wohl die Kampfkraft der Gastgeber und verlor auf Grund der zweiten Hälfte nicht unverdient. Glückwunsch an die ‚Traktoren‘ für den Sieg, welcher durch großartigen Kampf, aber nicht durch unfaire Mittel, zustande kam. Der Sieg geht völlig in Ordnung. Die Kröpeliner haben etwas ‚Lehrgeld‘ bezahlt, aber umwerfen wird uns diese Niederlage nicht.
Der Kröpeliner SV spielte mit: Krieg – Blödorn (V), Hermann, Frehse, Geufke, Gehrmann, Albrecht, Schimnick, Wähnke (80. Brüsehaver), Kords, Hausburg (V)
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Geschrieben von: Hausi
LICHTENBERG 47 - DIE NEUE SAISON
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