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  • FC Schalke 04, 14. Januar 2012

    Und morgen früh küss ich dich wach

    Zum letzten Mal in dem ereignisreichen Jahr 2011 hieß es ‚Auf in den goldenen Westen!‘ Und mehr Westen ging auch gar nicht. Der Tourorganisator hieß mit Vornamen Fred und Nachnamen Dy und ist neuerdings ein ganz, ganz großer Fan der sibirischen Schlagernudel Jelena Petrowna (eingedeutscht Helene) Fischer. Nicht dass das interessiert, aber zumindest schockierend ist es. Damit ist der Einleitungssermon gefunden und schon sind wir bei den wirklich wichtigen Dingen. Der Reiseleiter und Busfahrer in Personalunion rief und sieben weitere todesmutige Mannen fanden sich um Punkt 12 Uhr am allseits beliebten Treffpunkt (Jungfernheide) ein. Pünktlich (das sollte hier ruhig mal erwähnt werden, dass auch der Schneemann diesmal zeitig war) starteten wir zur Mission ‚Berlin im Mai 2012!‘.

    Trotz vieler intensiv genutzter Pinkelpausen erreichten wir unseren Parkplatz am Rheydter Hauptbahnhof schon nach brutto sechs Stunden Fahrt. Ja, richtig gelesen – Rheydter Hauptbahnhof! Obwohl Rheydt mittlerweile zu Mönchengladbach gehört, hat man den Bahnhof nicht unbenannt. Mönchengladbach, liegt bei Korschenbroich und ist eigentlich auch bekannt(er) als München Gladbach, hat damit zwei Hauptbahnhöfe. Dürfte somit ein Novum sein, selbst die größte aller deutschen Städte hat nur einen Hauptbahnhof.

    Und wenn ich schon mal aushole, dann auch richtig: Der Berliner Hauptbahnhof hieß früher Lehrter Bahnhof und als die Bahn damals mit dem Neubau gleich den Namen in Hauptbahnhof ändern wollte, gab es massive Proteste seitens der Bevölkerung (im Prinzip waren diese Proteste die Mutter von Stuttgart 21). Also befragte man artig die Bevölkerung und die entschied sich mit einer üppigen zweidrittel Mehrheit für den traditionellen Namen. Denn schließlich ist das Schöne an der Tradition, dass man nix ändern oder gar umdenken muss. Aber dieser demokratische Akt war nicht demokratisch genug und die Bahn entschied sich erst (2002) für den etwas sperrigen Doppelnamen ‚Berlin Hauptbahnhof – Lehrter Bahnhof‘ und (2006) für die Kurzform davon ‚Berlin Hauptbahnhof‘. So macht man das!

    Und in Rheydt wollte die Obrigkeit den Rheydter Hauptbahnhof einfach in Mönchengladbach-Rheydt umbenennen. Auch hier gab es ordentlich Proteste, vor denen schließlich Land und Bahn einknickten. Die Moral von der Geschicht – Umfragen sind demokratisch nicht! Der rote Faden ist damit auch gänzlich verloren und in dieser Geschicht gibt es nun einen zweiminütigen Zeitsprung auf Gleis 3 des Rheydter Hauptbahnhofes. Kaum hatten wir diesen geentert (Hopperlanguage), rollten auch die Sonderzüge aus dem pittoresken Gelsenkirchen ein.

    Nachdem alle Mann in die Shuttlebusse gepfercht wurden, hieß es einmal warten. Warten darauf, dass das staatlich finanzierte Sicherheitspersonal den Weg frei machte und uns sicher vor all den einheimischen Mördern und Vergewaltigern zum Nordpark geleitete. Selten so geschwitzt. Hier trennte sich die Wagenbesatzung – der Schneemann, der Pförtner und der Gastbesucher vom BFC verzogen sich auf den Sitzplatzbereich, die reiferen Gesellen stellten sich im Gästeblock ganz oben hin und die verliebenden drei (sind das jetzt acht?) bezogen bei der Abteilung Stimmung Stellung.

    Kommen wir zum Unvermeidbaren, der vermeidbaren Niederlage. In der ersten Halbzeit hatten die Knappen eine ganz geniale Idee und ließen den Gegner kommen. Dass die Gladbacher nun so eine spielstarke Truppe sind, damit hätte ja auch keiner rechnen können. So wurde bei den wenigen gelungenen Balleroberungen das Spielgerät fleißig den Hausherren wieder in den Fuß gespielt, schließlich war es nur eine Frage der Zeit, wann sie sich den Ball ins eigene Netz stolpern. Schlecht gedacht, gut gemacht. Nach 45 Minuten lag der geilste Fußballklub des Universums zurück, war nach 46 Minuten in Unterzahl und fing es sich nach 56 Minuten das 0:2. Der clever ausgeheckte Plan ging es also fast auf, nur zahlenmäßig erwies er sich als Rohrkrepierer. Man kann im Leben auch nicht alles haben. Doch auf einmal wurde gegrätscht, gekämpft und die Gladbacher unter Druck gesetzt. Die Stimmung stieg und die Lautstärke im Gästeblock erreichte eine ordentliche Dezibelzahl. Die Hausherren konnten die Räume nicht nutzen und das lag auch daran, dass im Gegensatz zur ersten Halbzeit die verlorenen Bälle schnell wieder zurück erobert wurden. Draxler verkürzte und plötzlich lag der Ausgleich in der Luft, eben weil die Gastgeber keine Luft mehr hatten. Konditionell waren sie total am Ende (das wird ne lustige Rückrunde) und mit ein bisschen Fortüne wären die Verlängerung und damit auch das Viertelfinale drin gewesen. Aber ein Konter saß dann doch, sehr zur Freude der blauen Sportskameraden, die jetzt allen Ernstes Timo H. als Torsteher Nr. 1 sehen wollen.

    Aus im Pokal ist natürlich Kacke, aber wer erst aufwacht, wenn es schon zu spät ist, der hat es auch nicht anders verdient. Dafür fahren wir durch halb Europa und die vorerst nach Berlin-Charlottenburg. Nur der S04!

    Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (88. Marx), Arango - Reus (90. Brouwers), Hanke (71. de Camargo). / Bank: Heimeroth, Bobadilla, Wendt, Leckie.

    FC Schalke 04: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Jones – Jurado (79. Baumjohann), Höger (70. Marica) - Raul - Huntelaar, Pukki (46. Draxler).

    Schiedsrichter: Wolfgang Stark
    Gelbe Karten: de Camargo – Jones, Papadopoulos, Huntelaar
    Gelb-Rot: Huntelaar (46.), Jones (90.)

    Zuschauer: 54.047 (ausverkauft)
    Tore: 1:0 Arango (18.), 2:0 Reus (56.), 2:1 Draxler (70.), 3:1 Reus (88.)

    stadionbesuch.de

    Geschrieben von:  Marc 04

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