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Das Abenteuer Groundhopping geht weiter - Band 2 zu Stadien sammelnden Fußballfans
Ein Buch, das die Leser mit in eine Zeit nimmt, als das Internet noch nicht seine heutige Bedeutung hatte.
SC Victoria 1895 Hamburg

SC Victoria 1895 Hamburg

Liga: Oberliga Hamburg | Fußballkreis: Hamburg

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Informationen

Gründungsdatum:
14.08.2009

Vereinsfarben:
Blau und Gelb

Adresse:
SC Victoria Hamburg, Lokstedter Steindamm 87, 22529 Hamburg
Webseiten:
www.scv-liga.de
www.sc-victoria.de

Fanseiten:
www.nordkaos-hamburg.de

Die Chefs
Präsident/Vorsitzender: Helmuth Korte
Manager: Ronald Lotz
Fanbetreuer: Oliver Sextro
Stadionsprecher: Peter Kraft

Größte Erfolge:
Meister der Oberliga Hamburg in den Jahren
2006/2007
2007/2008
2008/2009
Oddset-Pokalsieger 2006/2007
Geschichte des Vereins:
Gegründet wurde der Verein im Jahre 1895 unter dem Namen „Fußball-Club Victoria von 1895“ (FCV) von Schülern umliegender Schulen in der Nähe des Millerntors – damals ein großes Wagnis, denn bei Eltern, Lehrern und den Schulen galt der Fußballsport als verpönt. Fünf Jahre später kam es zu einer weiteren Gründung: In Leipzig entstand der DFB – die Initiative davon ging u.a. vom Repräsentanten des Hamburger Fußballs aus: Walter Sommermeyer, Verteidiger bei Victoria.

Fußballerisch konnte der Verein im gleichen Jahr das erste Mal gegen eine auswärtige Mannschaft spielen: Eintracht Braunschweig wurde mit einem 3:1 nach Hause geschickt. In den kommenden Jahren etablierte Victoria sich in der Spitze des Hamburger Fußballs: 1905 wurde der Verein das erste Mal Hamburger Fußballmeister, ein Jahr später unterlag man allerdings bei den Spielen um die Deutsche Meisterschaft Union Berlin in der Vorrunde mit 1:4. Der erste Nationalspieler aus Hamburg spielte ebenfalls für Victoria: 1908 wurde Hans Weymar in die Mannschaft des Kaisers berufen. Und er sollte nicht der einzige bleiben, insgesamt brachte Victoria 11 Nationalspieler hervor.

Da die Spiele bisher an verschiedenen Stellen in Hamburg ausgetragen wurden, suchten die Vereinsverantwortlichen nach einem Ort, wo ein eigener Sportplatz für den Verein entstehen konnte: 1907 schließlich wurden sie fündig und es begann der Bau des Sportplatzes „Hoheluft“, bei dem alle Vereinsmitglieder fleißig mithalfen. Erst 1911 hatte Victoria aber genügend Geld für den Bau einer richtigen Tribüne zusammen, es entstand so die erste überdachte Tribüne Norddeutschlands mit 1.000 Sitzplätzen und einem Unterbau aus Holz für Umkleidekabinen und Sanitäreinrichtungen. Eingeweiht wurde sie mit einem Spiel gegen Altona 93, das 4:2 endete. Noch im gleichen Jahr fand auf der Anlage auch das erste Fußball-Länderspiel Hamburgs statt: 7.000 Zuschauer sahen eine 1:3-Niederlage gegen Schweden.

Mittlerweile wurde der Verein aus ‚Pietätgründen’ umbenannt, denn in der neu entstandenen Tennis-Abteilung gab es auch das erste Mal weibliche Mitglieder, denen nicht zugemutet werden sollte, in einem ‚Fußball-Club’ zu spielen. Aus diesem Grund änderten die Vereinsbosse 1908 den Namen in „Sport-Club Victoria von 1895 e.V.“.

1921 kam es dann zur Katastrophe: Durch einen Brand – ausgelöst durch Stadtstreicher – wurde die Tribüne komplett zerstört, ein Wiederaufbau gelang dank immenser Unterstützung durch Spenden aber schon ein Jahr später. Dieses Mal war der Unterbau aus Beton und die Kapazitäten wurden gleich miterhöht: Das Einweihungsspiel gegen den Deutschen Meister HSV (1:2) sahen 15.000 Zuschauer, ein Jahr später kam es zu einem erneuten Ausbau auf 23.000 Plätze.

Doch leider wurde das Stadion nicht nur zum Fußballspielen genutzt: So hielt im Jahre 1932 Adolf Hitler hier vor 50.000 Menschen eine seiner Wahlkampfveranstaltungen ab. Es folgten schlechte Zeiten – nicht nur für Deutschland, sondern auch für den Verein: Nach der ‚Gleichschaltung’ und der Aufteilung in Gaue konnte sich Victoria als 7. der Norddeutschen Oberliga nicht für die ‚Gauliga’ qualifizieren und musste das erste Mal in der Vereinsgeschichte zweitklassig spielen. Auch finanziell stand es sehr schlecht um den Verein – damit waren sie allerdings nicht alleine, denn auch dem HSV ging es zu diesem Zeitpunkt nicht sehr gut. Daher traten die Vereinsverantwortlichen des HSV im September 1933 mit der Bitte an den SCV, ob man nicht beide Vereine zusammenlegen könne. Die Verhandlungen liefen sehr gut, bis die Männer zum Thema ‚Vereinsnamen’ kamen: „Hamburger Sportverein Victoria“ passte den HSV-Verantwortlichen nicht, zu groß die Angst, das ‚HSV’ könne allmählich in den Hintergrund treten. Einen Vereinsnamen ohne „Victoria“ konnten dagegen die Verantwortlichen vom SCV nicht dulden, so dass der Zusammenschluss schließlich platzte. Glück gehabt...

Sportlich ging es danach wieder aufwärts: So konnte 1937 der Liga-Spitzenreiter HSV mit 2:1 vor 14.000 Zuschauern geschlagen werden, 1938 wurde zuerst Bayern München mit 6:1 „abgewatscht“, anschließend warf man Schalke 04 mit 4:3 aus dem Pokalwettbewerb.

Der Zweite Weltkrieg verschonte dann zwar die Tribüne, dafür war der Rest des Platzes nur noch ein einziger Trümmerhaufen und das Spielfeld übersäht mit Bombentrichtern. Im Zuge des Wiederaufbaus wurde noch einmal das Fassungsvermögen erhöht, so dass 1948 beim Endspiel um die Zonenmeisterschaft zwischen dem HSV und St. Pauli die Rekordzahl von 37.000 Zuschauern erreicht wurde. Auch wenn das Stadion mittlerweile nicht mehr ganz so viele Leute fasst, so steht die Holztribüne doch noch immer und ist damit die älteste in Norddeutschland!

Nach dem Krieg begann der langsame sportliche Niedergang des Vereins: 1948 stieg man aus der neu geschaffenen Fußball-Oberliga Nord (1. Liga) ab, um 1951 dann doch das erste Mal den Sprung in den bezahlten Profifußball zu wagen. Nach nur einem Jahr scheiterte dieses Wagnis jedoch und trotz diverser Meisterschaften im Amateurfußball in den nächsten Jahren wurde jedes Mal der Aufstieg verpasst. 1963, mit Gründung der Fußball-Bundesliga, schaffte Victoria zwar den Sprung in die neue Regionalliga Nord (2. Liga), konnte sich aber dort nicht durchsetzen, so dass es in den folgenden Jahren immer weiter nach unten ging. Zusätzlich verlor man 10.000 Plätze des Stadions an den Ausbau der Straße Lokstedter Steindamm und des Krankenhauses UKE nebenan, so dass die magische Marke von 10.000 Zuschauern letztmalig in einem Spiel gegen Altona 93 im Jahre 1963 erreicht werden konnte.

Schlagzeilen machen konnte Victoria (seit einer erneuten Umbenennung 1975 als „Sport-Club Victoria Hamburg von 1895 e.V.“ geführt) nur noch durch Spieler: So spielte Walter Junghans in seiner Jugend für den Verein und wurde 1975 in die Nationalmannschaft der Fußballjugend berufen, bevor er 1977 zum FC Bayern München wechselte. Dort wurde er nach Sepp Maier Stammtorwart und zwei Mal Deutscher Meister und Pokalsieger. Seit einiger Zeit fungiert er dort auch als Torwarttrainer.

Auch Stefan Effenberg spielte für den SC Victoria, bevor er seine Bundesligakarriere 1987 bei Borussia Mönchengladbach begann.

Zu sportlichen „Höhenflügen“ setzte der SCV erst in den letzten Jahren wieder an: So gewann der Verein in der Saison 2006/2007 den Oddset-Pokal und wurde Meister der Hamburg-Liga. Zwar endete das Gastspiel im DFB-Pokal in der nächsten Saison nach nur einem Spiel mit einem 0:6 gegen den 1. FC Nürnberg, aber die Spieler konnten 2007/2008 erneut die Hamburger Meisterschaft an die Hoheluft holen. In der Relegation um den Aufstieg in die neue Regionalliga Nord schlug man sich zwar beachtlich, zog letztlich jedoch den Kürzeren gegenüber den Profis vom FC Oberneuland.
In der Saison 2008/2009 errang der SCV dann allen Unkenrufen zum Trotz die dritte Meisterschaft in Folge - das muss erst mal jemand nachmachen! Allerdings langte es erneut nicht für den Aufstieg in die Regionalliga, dieses Mal scheiterte der Verein allerdings nicht sportlich, sondern an den unmöglichen Auflagen des DFB, so dass die Vereinsverantwortlichen die Notbremse zogen und die Bewerbung um die Lizenz zurückzogen.
Trotzdem ist und bleibt das Ziel der Aufstieg in die Regionalliga, der diese Saison hoffentlich erneut in Angriff genommen wird...

Rivalen:
Altona 93, ETV, Meiendorfer SV
Spielort:
Stadion Hoheluft, Lokstedter Steindamm 87, 22529 Hamburg

Eintrittspreise
Preise gelten für die Oberliga Hamburg:
8 EUR Sitzplatz überdacht
5 EUR Sitzplatz ermäßigt
6 EUR Stehplatz
3 EUR Stehplatz ermäßigt

Geschichte des Stadions:
Über erhebliche Spenden der Mitglieder, oftmals waren es die Eltern der Spieler, konnte der Aufbau des Sportplatzes in Angriff genommen werden (Gesamtkosten 14.000 Mark). Am 22.09.1907 wurde endlich der Sportplatz Hoheluft mit einem 5:4-Sieg über den amtierenden deutschen Meister VfB Leipzig eingeweiht. 1911 genehmigte die Stadt nicht nur Stehtraversen auf Seiten der Martinistraße (heute Rang D/E), sondern auch die Errichtung einer 1.000 Sitzplätze umfassenden Tribüne – die erste überdachte Tribüne in ganz Norddeutschland!
Im selben Jahr fand mit der Partie Deutschland gegen Schweden auch das erste Länderspiel in Hamburg, bzw. an der Hoheluft statt. Lange Zeit blieb das Stadion die zentrale Austragungsstätte diverser Auswahl- und Entscheidungsspiele. Das Fassungsvermögen der Anlage umfasste damals 35.000 Zuschauer!

Der große Schock der Vereinshistorie folgte wohl 1921 mit dem Niederbrennen der altehrwürdigen Tribüne. Wahrscheinlich waren unvorsichtige Stadtstreicher dafür verantwortlich, die dort in kalter Nacht Zuflucht gesucht hatten. Es folgten enorme Sympathiebekundungen und Hilfe an allen Ecken und Enden, so dass die Victoria-Tribüne schon 1922 wieder neu errichtet werden konnte – 80.000 Mark kamen dank externer Spenden zusammen, die Victorianer selbst gaben zusammen sogar 200.000 Mark.
In alter Tradition wurde auch diese Tribüne mit einem Spiel gegen den amtierenden deutschen Meister, den HSV, eingeweiht.

Mit abnehmenden Erfolg des Vereins schwand leider auch die Bedeutung des Stadions Hoheluft und so verlange bereits 1956 die Stadt Hamburg zum ersten Mal ihr Recht und strich 5.000 Stehplätze zu Gunsten einer Erweiterung des Lokstedter Steindamms (heute Block C). Das Zuschauerinteresse hatte nachgelassen, der HSV und St. Pauli endgültig das Ruder übernommen.
Nur zwei Jahre nach der ersten Stadionverkleinerung folgten 1958 weitere 5.000 Plätze, die einer Ausweitung des UKE-Geländes zum Opfer fielen. Die Ostseite des Stadions ziert seitdem leider ein Zaun. Als Entschädigung für die damit ebenfalls genommenen Nebenplätze erhielt der SC Victoria die Sportanlage am Grandweg, die 2010 einem neuen Wohnhauskomplex weichen wird.

Mit den wieder erwachenden Regionalliga-Ambitionen des SC Victoria wurde auch die Stadt Hamburg endlich wieder auf das Stadion an der Hoheluft aufmerksam und willigte in eine Umbaufinanzierung der Anlage ein. Damit besitzt der SC Victoria eines von nur zwei regionaligatauglichen Stadien im Hamburger Raum (Profivereine ausgeschlossen), das zuletzt für ein Jahr von Altona 93 genutzt wurde.

Länderspiele:

1911 Deutschland – Schweden 1:3

1913 Deutschland – Dänemark 1:4

1923 Deutschland – Niederlande 1:0

1923 Deutschland – Norwegen 1:0

1949 Deutschland – Dänemark 1:0


Endspiele um die deutsche Fußballmeisterschaft:

1912 KSV Holstein Kiel – Karlsruher FV 1:0

Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Von Norden kommend mit der DB bis Altona, dann mit dem Bus 20 bis Gärtnerstraße. Aus dem Osten, Süden und Westen per DB bis Hamburg Dammtor, dann mit dem Bus 5 bis Veilchenweg - für Gästefans nur bis Gärtnerstraße.

Reist man mit der U-Bahn an, sollte man die U3 bis zur Hoheluftbrücke nehmen, dort empfiehlt es sich, in den Bus 5 zu steigen und bis Veilchenweg zu fahren, da der Fußmarsch mit mehr als 20 Minuten ein wenig lang ist.

Saison Liga Platz Tore Punkte
 
2006/07 Verbandsliga Hamburg 1 86:36 72
2007/08 Verbandsliga Hamburg 1 104:34 79
2008/09 Oberliga Hamburg 1 83:37 74
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