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  • FC St. Pauli, 29. Januar 2008

     
    Fanszene vs. Millerntaler

    Von:  yeti

    Die angekündigte Einführung des ‚Millerntalers’, einer alternativen Währung zur Bezahlung an den Versorgungsständen im Millerntor-Stadion, sorgte für Unmut in der Fanszene des FC Sankt Pauli. Daraufhin kündigte der zuständige Caterer des Vereins an, dass man auch künftig weiter mit Euro bezahlen kann (die-fans.de berichtete). Nun hat sich die Sachlage erneut geändert und die Fanszene der Hamburger bezieht geschlossen Stellung zu dem Thema:

    Offener Brief der Fanszene des FC Sankt Pauli

    Wie beim Testspiel des FC St. Pauli gegen Hannover 96 durch einen Flyer zu erfahren war, beabsichtigt der FC St. Pauli von 1910 e.V. zur Rückrunde der Saison 2007/2008 die Einführung einer eigenen Stadionwährung: den ‚Millerntaler’. Dieser besteht aus Plastikmünzen (Pokerchips) mit unterschiedlichem Wert und muss VOR dem Verzehr erworben werden. Dafür werden sogenannte Tauschstände etabliert.

    Wie der Caterer jüngst mitteilte, wird bereits zum ersten Heimspiel der Rückrunde der erste Stand, der die neue Währung entgegennimmt, in der Nähe der Südkurve eröffnet. Sukzessive sollen weitere Stände folgen, was nur dazu führen kann, die Stände, die Euro entgegennehmen, in gleichen Umfang sukzessive abzubauen. Alles andere wäre wirtschaftlich nicht nachzuvollziehen und würde die Einführung einer solchen Währung prinzipiell in Frage stellen. Wir gehen also von einer schleichenden Einführung aus, die die Abschaffung des Euro am Millerntor zum Ziel hat.

    Dieses Vorhaben stößt in weiten Teilen der Fanszene des FC St. Pauli auf großes Unverständnis, da die Einführung dieser Stadionwährung für den Stadionbesucher keinerlei nennenswerte Vorteile hat: Vor dem Kauf von Speisen und Getränken steht zunächst der Erwerb des ‚Millerntalers’. Hierfür werden Stadionbesucher in Zukunft an einem weiteren Punkt im Stadion anstehen müssen.

    Darüber hinaus darf bezweifelt werden, ob durch die Einführung der Stadionwährung überhaupt eine Optimierung der Arbeitsabläufe im Catering und somit eine Zeitersparnis für den Stadionbesucher erzielt wird. Der Rücktausch der nicht verbrauchten ‚Millerntaler’ stellt durch die gleichzeitig abwandernden mehreren Tausend Stadionbesucher ein gewaltiges logistisches Problem dar. Es steht zu befürchten, dass es zu langen Wartezeiten beim Rücktausch kommen wird.

    Restbestände des ‚Millerntalers’ bei Gästefans oder Laufpublikum, die nicht umgesetzt werden und z.B. aufgrund von langen Schlangen vor den Rücktauschständen nicht getauscht werden, werden verfallen, da sich kaum jemand für Beträge von wenigen Eurocent an langen Schlagen an den Rücktauschständen anstellen wird. Hier wird Profit erzielt, ohne dass der Stadionbesucher eine Gegenleistung erhält!

    Auch das Argument der Erzeugung von Arbeitsplätzen im Stadion- und Spielbetrieb können wir nicht nachvollziehen: Die für die Umtauschstände benötigten Arbeitskräfte (alle zwei Wochen für wenige Stunden) könnten auch zur Entlastung der Catering-Stände selbst eingesetzt werden. Nicht zuletzt steht hinter dieser Plastikwährung ein weiterer Versuch, das Erlebnis Millerntor mit zweifelhaften Marketingspielereien zu verknüpfen; ihre Einführung dient unserer Meinung nach hauptsächlich der Gewinnmaximierung.

    Daher lehnen wir, die Unterzeichner dieses Schreibens, die Einführung einer eigenen Stadionwährung, gleich welcher Art und gleich welchen Umfangs beim FC St. Pauli von 1910 e.V. ab und fordern die Offiziellen des Vereins und des Catering-Unternehmens dazu auf, wie bisher an allen Catering-Ständen Bargeld anzunehmen. Bis zur vollständigen Rücknahme der Einführung behalten sich die Unterzeichner dieses Schreibens vor, sämtliche Catering-Einrichtungen des Millerntorstadions zu boykottieren.

    Fanszene Sankt Pauli

    Geschrieben von:  yeti

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