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  • 1. FC Union Berlin, 15. Januar 2008

    „Vielleicht werde ich nach meiner Fußball-Karriere Pornostar“

    Im zweiten Teil unseres Interviews berichtet Nico Patschinski warum er einen Auftritt als polnischer Nationalspieler knapp verpasst hat, warum Spieler wie Steffen Baumgart wertvoll fĂŒr den Verein sind, wie realistisch der Zweitligaaufstieg ist, an welchen Vereinen sein Herz hĂ€ngt und wie er sich seine berufliche Zukunft vorstellt.

    Das Fußball-Magazin RUND entdeckte im Vorfeld der WM 2006, dass Sie polnische Großeltern haben und ernannte Sie zum Kandidaten fĂŒr die Nationalmannschaft Polens. Wieso kam es dann doch nicht zu einer Aufstellung?

    Es ging so los, dass ich fĂŒr die ‚Viertel nach fĂŒnf’ und fĂŒr die ‚RUND’ dann auch Artikel geschrieben habe. Das waren dann immer solche Kolumnen, die ich schreiben sollte. Irgendwann kam das Thema Nachnamen oder Namen auf und dann haben sie mich gefragt, ob ich polnische Vorfahren hĂ€tte, weil sie eine Geschichte machen wollten ‚Spieler aus der Bundesliga zur WM und so weiter
’. Dann habe ich ihnen meinen Namen gesagt, den Namen meiner Großeltern und dann haben sie recherchiert und gesagt, dass ich eigentlich fĂŒr Polen spielen könnte. Dann sollte ich entsprechende Dokumente abgegeben. Das habe ich dann auch gemacht. Der polnische FußballprĂ€sident hatte nĂ€mlich angerufen und gesagt: „Ja, der hĂ€tte eine Chance bei uns zu spielen.“ Im Vorfeld der WM dachte man natĂŒrlich, das ist nicht schlecht in Deutschland zu spielen, zwar fĂŒr Polen, aber na gut. Dann war alles angeleiert, die StaatsbĂŒrgerschaft hĂ€tte ich nur noch beantragen mĂŒssen.

    Dann sagte aber der Trainer oder auch der PrĂ€sident – ich habe mit dem leider nie selber gesprochen – dass der Trainer jetzt schon seinen festen Stamm hat. Aber das in Zukunft eine tolle Sache wĂ€re, wenn ich Pole wĂ€re. Aber da habe ich dann auch gesagt, gut okay, das mache ich jetzt nicht noch, extra eine zweite StaatsbĂŒrgerschaft beantragen. Ich denke, dass das dann immer ein StĂŒck mehr unrealistischer wurde. Zum Anfang war es noch verstĂ€ndlich, denn man hat gespielt, man war im Fernsehen, das klang auch alles ganz plausibel. Aber nachdem ich dann bei Ahlen in der unteren Region war oder jetzt auch bei Union, denke ich nicht, dass ich im Nachhinein fĂŒr Polen noch spielen kann. Ich denke, die haben qualitativ bessere Spieler und da sollte man sich auch nichts vor machen. Deshalb bin ich immer noch reiner Deutscher.

    Ihr Vertrag beim 1. FC Union Berlin lĂ€uft ja zum Ende der Saison aus. Gab es schon GesprĂ€che ĂŒber eine VertragsverlĂ€ngerung?

    Ja, es gab GesprĂ€che zur VerlĂ€ngerung. Nach der Hinrunde bin ich ja in einer recht komfortablen Lage. Deshalb habe ich jetzt auch keinen Druck, verlĂ€ngern zu mĂŒssen oder vorzeitig zu verlĂ€ngern. Klar möchte ich gerne in Berlin bleiben. Ich mag den Verein, ich mag die Stadt, meine Familie ist hier und deshalb ist hier natĂŒrlich auch immer mein erster Ansprechpartner. Ich wĂŒrde auch auf ein paar tausend Euros bei einem anderen Verein verzichten, weil ich weiß, was ich hier habe. Ja, da muss man dann einfach gucken, denn fĂŒr 2,50 Euro spielt man ja auch nicht.


    Nico Patschinski im GesprÀch mit die-fans.de

    Zum Thema zweite Liga: Denken Sie der Aufstieg fĂŒr Union ist machbar?

    Warum nicht? Ich denke, wir haben jetzt noch sechzehn Spiele Zeit. Wenn wir davon fĂŒnfzehn gewinnen, schaffen wir es, glaube ich. Aber ich denke, die Liga ist so ausgeglichen, das ist ganz gefĂ€hrlich. Wie gesagt, es ist schön, wenn man die Drittligaposition schon in der Tasche hat. Dann kann man sicherlich noch fĂŒnf, sechs Spieltage den Zweitliga-Aufstieg anpeilen. Machbar ist es auf jeden Fall, klar.

    Wie fĂ€nden Sie es, wenn Steffen Baumgart doch noch kommen wĂŒrde?

    Ich wĂŒrde es gut finden, weil ich denke, dass man immer charakterstarke und vereinsnahe Menschen braucht, mit denen sich der Verein und auch die Fans identifizieren können. Ich denke Baumi ist so einer. Es ist natĂŒrlich die Frage, inwieweit er mit 35, 36 Jahren noch das Vermögen hat zu spielen. Das weiß ich halt nicht, das kann ich nicht beurteilen. Ich habe ihn jetzt selten spielen sehen. Aber gut, dafĂŒr haben wir einen Trainer, dafĂŒr haben wir einen Vorstand und wenn die sagen „Nein“, dann ist es halt so. Dann muss man das akzeptieren.

    Sie sind aktuell das zweite Mal bei Union. Ist der Verein fĂŒr Sie eine Herzensangelegenheit?

    Doch, schon. Ich war ja damals auch in schwierigen Zeiten hier, wo es relativ wenig oder fast gar kein Geld gab. Da weiß man schon, was einige Leute, die auch heute noch teilweise mit dabei sind, fĂŒr den Verein getan haben. Wenn man sieht, wie die mitfiebern und sich freuen, wenn man gewonnen hat, das ist schon eine ganz tolle Sache. Mein Vater war auch immer großer Union-Fan und von daher ist man auch so ein bisschen geimpft worden als Kind. Ich denke schon, dass das eine Herzensangelegenheit ist, klar. Sicherlich wĂŒrde ich jetzt nicht sagen, ich verkaufe meine Frau fĂŒr den Verein, das nicht. Aber da hĂ€ngt schon eine Menge Herzblut mit dran. Doch, das kann man sagen.

    Welchem Verein gehört Ihr Herz, neben Union?

    Eintracht Tier auf jeden Fall. Da hĂ€ngt, wĂŒrde ich sagen genauso viel Herzblut dran, wie bei Union. Ansonsten vielleicht noch SĂŒdstern Senzig. Aber dann
 man sollte auch nicht zu viele Vereine haben, mit denen man sympathisiert. Im Großen und Ganzen sind Union und Trier schon meine so genannten Favourites, wie es auf Neudeutsch heißt.

    Können Sie sich vorstellen, Ihre Karriere bei Union zu beenden?

    Ja, doch. Das kann ich mir schon vorstellen.

    Wissen Sie schon, was Sie nach Ihrer Fußball-Karriere machen werden?

    Na ich denke mal, so tÀglich ab halb zehn an der Kaufhalle sitzen und ein Bier trinken, das ist mein Wunsch. (lacht)

    Es gibt da so drei, vier verschiedene Sachen, die ich gerne machen wĂŒrde. Konkret gibt es noch keinen Weg, von dem ich sagen wĂŒrde, das mache ich. Sondern es gibt nur drei, vier Sachen, die ich ins Auge gefasst habe. Ich muss dann mal schauen, was davon ich in nĂ€herer Zukunft dann verfolge. Also ich werde ja leider kein MillionĂ€r mehr werden, mit dem Fußballspielen. Von daher kann ich auch kein Hausmann sein oder dann nur zu Hause bleiben. Wie gesagt, mal schauen, es ist ja noch ein bisschen Luft.

    Können Sie sich vorstellen, dann im Sportbereich weiter etwas zu machen?

    Als Trainer oder Manager möchte ich eigentlich nicht arbeiten. Das Maximale, was ich mir vorstellen könnte, wĂ€re so was wie Zeugwart oder Platzwart. Ich bin da leider nicht neutral genug. Wenn ich eine Mannschaft aufstellen mĂŒsste, wĂŒrde es bei mir nach Sympathien gehen und nicht nach Leistung und das wĂ€re dann auch nicht fair. Ich denke eigentlich ein bisschen in eine andere Richtung, denn Sport und Fußball habe ich genug gemacht. Vielleicht Pornostar oder so
 (lacht) aber meine Frau sagt, das ist nichts fĂŒr mich.

    Vielen Dank Herr Patschinski, dass Sie sich die Zeit fĂŒr das GesprĂ€ch genommen haben.

    Nicht dafĂŒr.

    Weiterhin viel Erfolg!

    Zum ersten Teil des Interviews

    Geschrieben von:  Anne80

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