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  • Füchse Berlin Reinickendorf, 26. April 2010

     

    Füchse in Brandenburg – Fußballgott in Urlaub – Jan Wegner erneut schwer verletzt


    Von:  Stephan R.T.

    Irgendwie hatte sich der Fußball-Gott auf dem Weg zum Auswärtsspiel beim Brandenburger SC Süd 05 unterwegs in den Urlaub abgemeldet. So tauchte zwar bereits nach rund 100 Sekunden ‚Zauberzwerg‘ Steven Haubitz völlig frei vor dem Brandenburger Gehäuse auf, doch sein harter Schuss landete leider nur am linken Pfosten. Etwas später tauchte dann Nidal Swaidan über halbrechts frei im Strafraum auf, doch fabrizierte er lediglich ein Schüsschen und das ging auch noch am linken Pfosten vorbei …

    Aber wenn einem das Pech am Hacken klebt, geht so eine Serie auch noch weiter und wieder traf es Steven Haubitz: Er lupfte den Ball über den bereits am Boden liegenden BSC-Keeper Conny Wieland in Richtung leeres Tor – die Fans der Füchse hüpften schon freudig erregt mit dem Torschrei auf den Lippen von ihren Plätzen … doch dann zog der Torwart ein Bein reflexartig nach oben und vorbei war es mit der Freude. Kein Einschlag, kein Tor für die grün-weißen Gäste!

    Bis zum Pausenpfiff von Schiri Enrico Barsch (Wismar) hätte es also nicht nur nach Adam Riese gut und gerne eine Führung mit zwei oder drei Toren geben können, aber wie schon eingangs geschrieben: Der Fußball-Gott hatte sich abgemeldet. Dies gilt auch für zwei Negativ-Vorfälle, die die erste Halbzeit überschatteten. Da war es erst der junge Adrian Schedlinski, der sich in einer Überreaktion zu einer Unsportlichkeit gegenüber einem Gegenspieler hinreißen ließ (35.) – die rote Karte war die akzeptierte Folge.

    Wenige Minuten später (44.) nahm dann eine bisher gesundheitlich katastrophale Saison für Jan Wegner ihren schmerzlichen Fortgang: Ohne Einwirkung eines Gegners hält sich der gerade nach achtmonatiger Pause wieder ins Team zurückgekehrte Spieler sein vorgeschädigtes Knie und bleibt vor Schmerzen schreiend am Boden liegen: Das Kreuzband-operierte Knie hat sich offensichtlich wieder verdreht oder ist noch schlimmer lädiert.

    Der Mannschaftkamerad Sebastian Freuer lud Jan Wegner nach einer Erstversorgung vor Ort sofort ins Auto und fuhr ihn direkt in die Notaufnahme des Berliner Krankenhaus Marzahn. Eine endgültige Diagnose liegt zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor, aber man muss mit dem Schlimmsten rechnen und mit diesem Schock ging die Mannschaft danach auch in die Pause.

    In der hatte Füchse-Coach Claudio Offenberg die schwierige Aufgabe, die Köpfe seines Teams erst einmal wieder frei zu bekommen. Dazu die Kompensation der beiden Ausfälle und ein Fight für Halbzeit 2 in Unterzahl … wobei sich hierbei der Ausfall von erfahrenen Stammspielern, wie Mathias Busse, Kai Böttcher, Nils-Peter Otto und Noel Joao als zusätzliche Belastung auswirkte.

    Und gerade jetzt zeigte sich der unbändige Kampfgeist, die Geschlossenheit des Teams: Das Häufchen Aufrechter nahm die Herausforderung an und schlug sich wider Erwarten gut. Man ließ dem Gegner kaum Torchancen und tauchte dafür selbst immer wieder blitzartig vor dem Tor der Brandenburger auf. Trotz dieser gefährlichen Vorstöße der Reinickendorfer konnte daraus kein Nutzen gezogen werden.

    Dafür zeigte sich das Fehlen des Fußball-Gott in der 68. Minute erneut und gab dem Team sicherlich noch einen Treffer in die Magengrube. Mitten in einem Angriff der Brandenburger knickte Markus Mätschke um und blieb sich vor Schmerzen windend im eigenen Strafraum liegen. Sowohl der hierbei nicht unbedingt souverän wirkende Schiedsrichter, als auch die Brandenburger Spieler ignorierten den kaum zu übersehenden und überhörenden Vorfall und in die sich daraus entwickelnde Unordnung der Füchse-Abwehr fiel das mehr als glückliche Führungstor der BSCer durch Maik Aumann. Fairness hätte vorher anders ausgesehen, der Schiedsrichter zog sich auf seinen irgendwo gedeckten, aber interpretierbaren Standpunkt zurück und alle Proteste halfen natürlich nichts.

    Unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle nicht das mehr als diskussionswürdige Verhalten der Brandenburger Zuschauer. So schritten erst auf Beschwerden des ständig provozierten Füchse-Keepers Thomas Dame Ordnungskräfte ein, um Zuschauer, deren Kinderstube wohl nicht tapeziert war, zu bändigen. In dieses Bild passt auch das rassistische Geprolle der Brandenburger Zuschauer gegenüber einem dunkelhäutigen Spieler der Füchse, der im Aufwärmbereich immer wieder beleidigt wurde.

    Das Spiel ging aber trotzdem weiter und so konstatierte ein überglücklicher Brandenburger Trainer Mario Block nach den 90 Minuten die Chuzpe, mit der sein Team den Sieg gegen aufopfernd fightende Füchse eingefahren hatte. Die standen nun mit leeren Händen da und an denen klebte das Pech auch noch zentnerweise.

    Das wird sich aber hoffentlich im Laufe der kommenden Woche abbauen lassen, denn am nächsten Spieltag wartet als Gast am heimischen Freiheitsweg das nach der gestrigen Heimniederlage von Verfolger BFC Dynamo als potentieller Aufsteiger zu sehende Team von Energie Cottbus II (Sonntag, 2. Mai 2010, 14.00 Uhr, Freiheitsweg). Eine Aufgabe, die sicher erst einmal unlösbar wirkt, die aber angesichts der im Füchse-Team schlummernden grün-weißen Energie auch mal anders laufen kann …

    An dieser Stelle sei aber nicht vergessen, dem tapferen Jan Wegner alles, alles Gute zu wünschen. Und dieser Wünschen für eine gute Besserung schließt sich bestimmt jeder Fußballer, jeder Fan an (ganz besonders jene aus Lichtenberg, die sich bereits eingehend erkundigt haben).

    Brandenburger SC Süd 05: Conny Wieland, Tobias Nehla, Marko Görisch, Marc Neuhaus (60. Kevin Neuhaus), Maik Neumann, Stefan Voß, Maik Aumann, Sven Becker (60. Lars Müller), Timo Steinert, Ali Berjawi (77. Zvonimir Panava), David Karaschewitz

    Reinickendorfer Füchse: Thomas Dame, Lukas Groth, Ferdi Goergen, Waled Enani, Adrian Schedlinski, Jan Wegner (44. Danny Beier), Steven Haubitz, Mustafa Gültepe, Nidal Swaidan (70. Benjamin Machalz), Markus Mätschke (70. Ali Sinan), Markus Zschiesche

    yhdk

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    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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