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  • 1. FC Lokomotive Leipzig, 15. Juli 2019

     
    Neuauflage nach 116 Jahren zum Sommerfest – Erste Deutsche Fußballmeisterschaft wird neu ausgespielt

    Im Januar 1900 wurde in Leipzig der Deutsche Fußball-Bund (DFB) gegründet. Drei Jahre später richtete der junge Verband seine erste Meisterschaft aus. Die Viktoria, die damalige Trophäe, ging an die Messestadt! Denn der VfB Leipzig besiegte am 31. Mai 1903 in Hamburg-Altona den DFC Prag mit 7:2 Toren und wurde Erster Deutscher Fußballmeister.

    116 Jahre später organisiert die Initiative 1903 e.V. nun die Neuauflage: Alle sechs Teilnehmer von damals entsenden zum Lok-Sommerfest am 21. Juli (Eintritt frei) ihre Teams zu einem Turnier ins altehrwürdige Bruno-Plache-Stadion. Ab 10.30 Uhr treten die Mannschaften des VfB Leipzig, DFC Prag, Karlsruher FV, Altonaer FC, die Magdeburger Viktoria und Britannia Berlin (bzw. deren Nachfolgevereine) in zwei Staffeln an. Im Finale ermitteln ab etwa 14 Uhr beide Staffelsieger den ersten deutschen Meister erneut.

    Volkmar Schneider, Vorstandsmitglied des DFC Prag: „Der ehemals deutsch-jüdische Verein wurde durch die Nazis enteignet und zur Auflösung gezwungen. Im Nachgang unserer Denkmalveranstaltung zu Ehren des DFC vor vier Jahren wurde dieser einst so erfolgreiche und international geschätzte Club neu gegründet.“

    Sebastian Bona, Vorsitzender der Initiative 1903 und Lok-Fan, fügt hinzu: „Dieser Verein ist sehr bedeutend für den damals noch jungen und teils angefeindeten Sport auf dem europäischen Festland. Dass es uns im zehnten Jahr unseres Bestehens nun gelang, alle sechs Clubs zu mobilisieren, spricht für unsere sorgfältige und stetige Arbeit im Bereich der Fußballhistorie und macht unglaublich stolz.“

    Die Gruppenauslosung macht interessante Endspiele möglich: So könnte sich der Altonaer FC 1893 für das schmachvolle 3:6 gegen den VfB Leipzig revanchieren, nachdem Altona 1903 bereits 3:0 geführt hatte. Auch das allererste Meisterschaftsaufeinandertreffen zwischen dem Karlsruher FV und dem Deutschen Fußball-Club Prag ist erst im Finale möglich. Vor 116 Jahren wurden die Karlsruher vom Wettbewerb ausgeschlossen, nachdem sie sich zunächst nicht mit dem DFC Prag auf einen Viertelfinalort einigen konnten und dem schließlich zum Halbfinale umgewidmeten Match gegen den DFC aufgrund eines wohl gefälschten Telegramms fernblieben. Zudem möchte der TuS 1860 Magdeburg-Neustadt als Nachfolger der Magdeburger Viktoria 96 die Gelegenheit wahrnehmen, die 1:8-Viertelfinalklatsche gegen Altona auszumerzen. Für eine Überraschung gut sind derweil die Berliner des BSV 1892. Sie schieden einst im Viertelfinale gegen den VfB Leipzig aus. Auch hier ist ein erneutes Aufeinandertreffen erst im Fina-le denkbar.

    Das Publikum in Leipzig darf sich auf zahlreiche weitere Anekdoten und Geschichten rund um den zum Ende des 19. Jahrhunderts noch abschätzig als ‚Fußlümmelei‘ bezeichneten Sport freuen. Ein weiterer Höhepunkt wird eine Ausstellung historischer Fußbälle und Fußballschuhe sein. Björn Kecker, Mitglied der Initiative 1903 und bekannt als ‚Keckenbauer‘ (keckenbauer.de), ist leidenschaftlicher Sammler des alten Leders und freut sich, die guten Stücke zu präsentieren. Fußballbuchautor Christian Wolter wird den Tag geschichtlich abrunden und zu den Anfangstagen des Fußballs und seiner beschwerlichen Entwicklung referieren. Thomas Löwe, Präsident des 1. FC Lok Leipzig: „Es ist eine tolle Sache, dass wir alle Vereine der Ersten Deutschen Meisterschaftsendrunde von 1903 bei uns im Bruno-Plache-Stadion begrüßen dürfen. Dies unterstreicht einmal mehr unseren historischen Bezug, den wir mit der Fusion mit dem VfB Leipzig hoffentlich noch in diesem Jahr vollziehen können. Dieses Turnier ist insbesondere durch die Teilnahme des DFC Prag eine länderübergreifende Initiative. Wir freuen uns auf ein faires Turnier und hoffen natürlich auf einen ähnlichen Ausgang wie 1903. Ich möchte mich an dieser Stelle bei der Initiative 1903 bedanken, die dieses Turnier organisiert.“

    Martin Mieth

    Zur Tabelle der Regionalliga Nordost

    Geschrieben von:  Stephan R.T.

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