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  • TSV 1896 Rain/Lech, 27. März 2008

     
    „Das Risiko Bayernliga“

    Der TSV Rain am Lech befindet sich mittlerweile in seiner elften Saison in der bayerischen Landesliga Süd. Fast immer stand der Verein am Ende im oberen Mittelfeld. Nur zweimal landete man auf dem zweistelligen Rang zehn. In Anbetracht der Tatsache, dass alle Dinge im Leben irgendwann einmal ihren Reiz verlieren, sollte der Verein aus dem schwäbischen Landkreis Donau-Ries möglicherweise den Aufstieg in die Bayernliga in Angriff nehmen.

    Dieses Unternehmen klappt in der laufenden Saison 2007/2008 auch ganz gut. Der TSV Rain ist ein etabliertes Mitglied der Top-4-Mannschaften in der Landesliga Süd. Der kommende Gegner in der Meisterschaftsrunde ist auch ein solches Mitglied und also direkter Konkurrent. Die Mannschaft des TSV Rain um Spielertrainer Janos Radoki empfängt den SC Fürstenfeldbruck. Beide Mannschaften trennt nur ein Punkt voneinander, allerdings hat der TSV noch ein Spiel weniger auf der ‚Erledigt-Seite’. die-fans.de fragte bei dem 25-fachen Bundesligaspieler und jetzigen Spielertrainer des TSV Rain/Lech, Janos Radoki, nach, wie er die vergangene Meisterschaftspleite interpretiert, was er von dem Spitzenspiel gegen SC Fürstenfeldbruck erwartet, und wie er zu einem Bayernliga-Aufstieg steht.

    Herr Radoki, am vergangenen Gründonnerstag verloren Sie im letzten Meisterschaftsspiel auswärts gegen TSV Gersthofen mit 3:2. War die Niederlage letztlich unglücklich oder doch verdient?

    Insgesamt war die Niederlage unglücklich, weil wir das Spiel doch klar beherrscht haben. Wir hatten sechs oder sieben Situationen, in denen wir Eins-gegen-Eins auf den Torwart zu liefen, aber daraus kein einziges Mal Kapital schlagen konnten. Das Spiel wurde dann durch zwei individuelle Torwartfehler hergegeben. Das ist dann natürlich bitter, vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen Tabellenkonstellation. Mit einem Sieg hätten wir uns durchaus etwas absetzen können.

    Sie werfen der Mannschaft, bis auf diese individuellen Fehler, nichts vor?

    Nein! In den ersten 30 Minuten kam der Gegner kaum aus der eigenen Hälfte. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits drei ‚Hundertprozentige’ ausgelassen. Das einzige was ich meiner Mannschaft vielleicht ankreiden kann, ist eine gewisse Überheblichkeit, die bei einer solchen Überlegenheit oft eintritt. Das ist noch eine recht junge Mannschaft, die dann denkt, dass alles von alleine geht und dann nur noch nach vorne rennt – hinten sind dann halt die Tore gefallen!

    Spielerisch waren wir klar überlegen. Ich kann nur etwas an den Gegentoren und vielleicht der Chancenverwertung aussetzen.

    Nach zehn Minuten sind Sie verletzt ausgeschieden – Muskelfaserriss. Fehlte dieser noch jungen Truppe vielleicht ein gewisses Erfahrungs-Moment im Spiel?

    Im Endeffekt ist es leider wirklich so. Der älteste Feldspieler nach mir ist 27. Tatsächlich brauchen die Spieler, wenn es mal nicht so läuft, auf dem Platz eine kleine Ansprache, die sie dann wieder etwas beruhigt. Bei dieser jungen Mannschaft ist es wichtig, dass eine gewisse Anwesenheit auf dem Platz spürbar ist, und ich zu kritischen Zeitpunkten das Heft in die Hand nehme und helfe, bis wir uns wieder gefangen haben. Technisch und taktisch ist die Mannschaft sehr gut, kann aber auch sehr schnell einmal den Kopf verlieren.

    Am Samstag kommt es zum Top-Spiel zwischen ihnen und dem SC Fürstenfeldbruck. Was darf man erwarten? Immerhin fallen Sie bei diesem wichtigen Match aus?

    Das Schlimme ist, dass insgesamt vier Stammspieler nicht zur Verfügung stehen werden. Drei davon fehlen im defensiven Bereich. Von daher muss man dieses Mal vielleicht mit etwas weniger zufrieden sein. Das heißt, angesichts der momentanen personellen Lage, sollten wir zusehen, dass wir erst einmal hinten kompakt stehen und am Ende womöglich mit einem Punkt zufrieden sein müssen.

    Sie stehen momentan einen Punkt hinter dem SC Fürstenfeldbruck. Gesetzt den Fall, Sie gewinnen Ihr Nachholspiel, hätten Sie sich am Samstag mit einem Sieg etwas absetzen können.

    Absetzen müssen! Wenn man das Gertshofen-Spiel vergangener Woche sieht, hätten wir uns mit einem Sieg absetzen müssen! Am letzten Donnerstag, das muss ich in aller Deutlichkeit sagen, haben wir sehr viel hergeschenkt und kaputt gemacht. Diese Situation hatten wir schon zwei, drei Mal in der laufenden Saison. Jedes Mal, wenn wir solch einen großen Schritt machen könnten, versäumen wir es.

    Das ist alles ein Lernprozess. Die Mannschaft muss verinnerlichen, dass man in einer solchen Situation den Sack einfach zu macht, um sich vielleicht zwei, drei Wochen danach einmal einen Ausrutscher leisten zu können. Aber bei uns passiert das umgekehrt. So setzen wir uns immer wieder selber unter Druck.

    Die Mannschaften, die aktuell zwischen Platz zwei und vier stehen, werden wohl auch am Ende auf diesen Rängen stehen. Platz eins ist schon vergeben, oder?

    Richtig. Da gebe ich ihnen Recht. TSV Buchbach ist im Grunde weg. Ich glaube nicht, dass sie noch einen großen Einbruch zeigen werden. Das ist eine sehr kompakte Mannschaft. Auf Platz zwei, drei und vier ist hingegen noch alles offen. Wobei der zweite Platz auch schon an FC Ingolstadt II vergeben sein müsste, einfach aufgrund der Qualität. Dennoch haben auch die Probleme.

    Wenn wir so spielen, wie wir es in den ersten Rückrundenspielen gezeigt haben, ist es sicherlich möglich, dass wir um den zweiten Platz mitspielen können.

    TSV Rain am Lech ist historisch gesehen nicht gerade Oberliga-erfahren. Ist ein Aufstieg in die Bayernliga denn denkbar und vernünftig oder doch zu früh?

    Was heißt zu früh? Tatsache ist, dass wir mittlerweile seit zehn Jahren in der Landesliga Süd mitspielen. Die Zuschauer wollen auch einmal etwas anderes sehen. Sollten wir aber aufsteigen, sind wir mit unserem Etat chancenlos. Das sage ich auch in dieser Deutlichkeit. Wir würden mit Sicherheit hinten drin hängen. Aber als Fußballer kann ich doch auch nicht sagen: „Wir sind jetzt vorne dabei aber aufgrund unserer finanziellen Situation verliere ich die nächsten Spiele, um am Ende eben vierter zu werden“. Das wird mit Sicherheit nicht geschehen. Es ist nicht so, dass wir Schulden hätten, es ist einfach nicht mehr da. Wir haben eine sehr intelligente Vereinsführung. Da wird nicht mehr Geld ausgegeben, als verfügbar ist.

    Als Trainer mache ich mir natürlich Gedanken, ob ich eine Bayernliga-taugliche Truppe zusammenkriege. Aufgrund der geographischen Lage ist das aber sehr schwer. Insofern stelle ich mir dann auch die Frage, ob es überhaupt Sinn macht, in der Bayernliga weiterzumachen. Ich muss jetzt erst einmal die Rückmeldung der Spieler abwarten. Wenn sie zusagen, dann bin auch ich durchaus bereits, das Risiko Bayernliga aus sportlicher Sicht einzugehen.

    Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen noch viel Erfolg für die restliche Saison!

    Zur Tabelle der Landesliga Süd

    Geschrieben von:  thom.as

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