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Kaperfahrten - Mit der Kogge durch stürmische See - Die Fans vom FC Hansa Rostock
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  • FC Schalke 04, 14. Februar 2008

    Nach dem Spiel ist nach dem Sieg

    Von:  Blackabbot

    Unnötig spannend machten es die Schalker Jungs vergangenen Sonntag: zweimal ließen sie die Schwarzgelben herankommen und erzielten erst gegen Ende, als die Anhänger der Heimmannschaft langsam von einem Punktgewinn gegen den haushohen Favoriten träumten, den verdienten Siegtreffer, nicht zuletzt, weil sich deren linker Treter aus Brasilien mit einer im Derby schon lange überfälligen rote Karte in den verdienten Kurzurlaub verabschiedet hatte.

    Schiedsrichter Gagelmann zeigte damit als erster in dieser Funktion seit beinahe zehn Jahren Eier auf dem Platz und für seinen selbstlosen Einsatz für Gerechtigk- und Gesundheit werde ich ihm beim nächsten Spiel sogar einen unberechtigten Elfmeter verzeihen – Leistung muss sich eben lohnen. (Nichtsdestotrotz scheint der Mann wirklich Ahnung zu haben, denn sogar Thomas Doll sagte über ihn: „ich...hatte das Gefühl, dass unsere Spieler gar nicht ernst genommen wurden, über sie sogar gelacht wurde.“)

    Aufgrund Arithmetischer Probleme auf der Blau-Weißen Mittelstürmerposition und des freiwilligen Verzichts auf die große alte Dame der Innenverteidigung im schwarzgelben Notstandsgebiet, kann man beim Ergebnis jedoch höchstens davon reden, dass der BVB ein Debakel verhindern konnte.

    Das Spiel war wie erwartet emotional, die Stimmung unglaublich und trotzdem hat auch die Nachbereitung einige Schmankerl bereit, wenn man mit dem Longdrink in der Hand vor dem prasselnden Kamin die Ereignisse Revue passieren lässt und sich vorstellt, wie die dumpfe, vielbeinige Masse der Südtribüne einzelne Szenen erlebte.

    Wie sie z.B. die einsame, ziellose Wanderung des Marc Ziegler erlebte, komplettiert durch Kovacs verzweifelter Humpelversuch der aber weder das Tor noch den nachfolgenden Spott abwenden konnte und wie die gesammelte Dortmunder Anhängerschaft angesichts des Torschützen Gerald Asamoah in sich zusammensackt und unisono „Nein, ausgerechnet Der“ stöhnte?

    Solche Gedanken sind die Sahnehäubchen auf der fußballerischen Kirschtorte und auch der objektive und faire Borusse (betrachten wir diesen auf philosophischer Ebene als gegeben) wird zugeben müssen, was Gerald Asamoah eigentlich für ein wundervoller Sportsmann ist; hätte er doch nach seinem Tor mit reizenden Gesten an der Südtribüne entlanglaufen und durch den explodierenden Mob dem Gastgeber ein dreijähriges Heimspielverbot bescheren können.

    An dieser Stelle wird der weniger objektiv und faire (quasi Normal-) Dortmunder allerdings reflexartig antworten:

    „Wir haben zwar verloren, aber nur, weil wir uns die Dinger selbst reingehauen haben und wichtig ist nur der 12. Mai, da haben wir Euch die Meisterschaft versaut, hahahaha.“

    Und wir werden antworten:

    „Pffh, wir wollten ja eigentlich gar kein Meister werden“

    und der Borusse wird sagen:

    „Wolltet Ihr doch!“

    „Nee“

    „Doch“

    „Nee“

    „Doch“

    „Gar nicht“

    „Wohl!“

    „Na gut, aber nur ein bisschen...“,

    und so können wir in auch in der Stunde des Sieges dem Verlierer die ihm zustehende Anerkennung zukommen lassen und unsere weltmännische Großherzigkeit und Toleranz auch gegenüber weniger charismatischen Minderheiten darlegen.

    Die Verhältnisse an Rhein und Ruhr sind somit für die nächsten Jahre geradegerückt, die Nummer eins im Pott heißt Schalke, es folgen Meiderich und Bochum und das schwarzgelbe Katastrophenkommando steuert dem ehrenvollen vierten Platz entgegen, immerhin noch weit vor Ruhrgebietsgrößen wie Wattenscheid 09, SV Sodingen und den Sportfreunden Katernberg.

    Damit gebe ich zurück ins Funkhaus und mache mich wieder daran die ARAL-Meisterschale, die im Mai lieblos im Keller verschwand, wieder auf Hochglanz zu bringen, man weiß ja nie...

    Geschrieben von:  Blackabbot

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